Moji lubi Serbja, witajće na moju internetowu stronu!
Wot 02. januara do 25. februara 2017 póndu skóncnje zaso do Malawi - tutón raz jako baba na dzelo do chorownje!
Budze to missijonska chorownja "St. Gabriel's Hospital" w Namitete, nekak 60 km wot hlowneho mesta Lilongwe zdalene.
Wopytac budu pak na kózdy pad tez zaso moj nehdysi projekt - zakladnu sulu swj. Franciskusa,
"St. Francis Catholic Primary School" a franciskanki w Madisi.
Na tutej stronje sym hižo a chcu tež w dalšim času hisće wo mojich dožiwjenjach powědać a snano tež Waš zajim za tutón kraj a za dźěći z Madisi (Malawi) dale zesylnić.

Dienstag, 12. März 2013

Ein Gedicht von einem Freund, welches an die Krankheit AIDS "adressiert" ist, die hier in Malawi bereits vielen Kindern ihre Eltern genommen hat und sie zu Waisen machte. Aus diesem Grunde gibt es auch meine Arbeitsstelle, die "St. Francis Catholic Primary School", sowie das "Orphan Project". Er selbst ist ebenfalls Waise, ging seit STD 3 auf diese Schule, besuchte anschließend die Secondary School und arbeitet nun, während des Wartens auf einen Studienplatz, wieder in seiner damaligen Grundschule als Lehrer. 
Er schreibt:

"You are a killer so heartless,
When are you going to hurt less?
Tell me where fathers have gone,
And why mothers are alone?
Why do you take mothers away,
And leave children to go astray?
All the flesh you maloud,
While the victim mourns aloud.
You suck your victim's blood dry,
While you pretend not to hear their cry.
Do you want to wipe the nation clean?
Oh! Stop being so mean.
You are called AIDS reactive, 
Because you are so destructive.
I wish you were just aid for food,
Then you will be so good."

by P. Kaundama



Montag, 4. März 2013



Aschermittwoch, Zwischenseminar und witch-craft-Segen

Im letzten Monat konnte ich „Halbzeit“ begehen und befinde mich nun schon wieder eine Woche nach dem wunderbaren Zwischenseminar zurück in Madisi…



In der Schule geht alles seinen gewohnten Gang - mit großen Schritten auf die nächsten Ferien zu. Schon am 22.März schließen wir wieder für einen Monat die Schule und davor muss ich noch einige Noten „sammeln“ und natürlich werden vom 13. bis 15. März auch die großen Terminal Tests wieder geschrieben. Doch bevor es soweit ist, gilt es diese vorzubereiten, Fragen zu formulieren und mit den Kindern den Stoff des vergangen Terms zu wiederholen.

Die Regenzeit ist in vollem Gange,
sodass mir der Mais im Schulgarten
schon über den Kopf wächst.
An manchen Nachmittagen helfe ich den Küchenfrauen in der Schule, die schweren Wassereimer von einem Wasserhahn in den großen Tank zu transportieren - typisch afrikanisch auf dem Kopf. Wenn das Wasserwerk mal wieder die Versorgung abgestellt hat und der Tank sich somit nicht füllen kann, muss es per Hand gemacht werden. Ich habe es mir also von den Frauen abgeschaut und nach dem Home Craft Center einfach mitgemacht und ihnen geholfen, was ihnen natürlich sichtlich Freude bereitete. Den ersten Eimer füllte ich mir am Hahn selbst und machte ihn bis kurz über der Hälfte voll, da ich vorerst meine Balance testen wollte. Dann jedoch übernahm das Füllen meines Behälters eine der Küchenfrauen und ohne Zweifel machte sie meinen Eimer genauso randvoll, wie ihre Kolleginnen! Jedoch waren meine Zweifel, ob ich das schaffen kann, unbegründet - sie lobten mich für mein Geschick den vollen Eimer zu transportieren und waren auch ein wenig stolz, dass ich ihnen dabei half. Mir machte viel Freude und ich möchte es sehr gerne noch einige Male wiederholen - dann auch mit Bild für euch.




Frieda und ich bekommen das Aschekreuz
 auf die Stirn gezeichnet.
Am Aschermittwoch gab es keinen normalen Unterricht. Für die Kinder der Standards 5 bis 8 war es jedoch Pflicht, sich um 8Uhr in der Kirche einzutreffen und den Gottesdienst mitzufeiern. Als Frieda und ich dann um 7.45Uhr im Gotteshaus ankamen, war die Kirche schon halbvoll - nur mit Kindern unserer Schule. Denn beinahe jeder ist gekommen, ob der katholischen Kirche angehörend oder nicht. Die meisten Menschen hier in Malawi sind zwar christlich und können es immer kaum glauben, wenn ich sage, dass in Deutschland ein ziemlich hoher Prozentsatz einfach an keinen Gott glaubt und deshalb atheistisch ist, jedoch gibt es hier so viele verschiedene Kirchen, dass man manchmal schon den Überblick verlieren kann: CCAP (ähnlich den Protestanten), „Living waters“, „Assemblies of God“, „Seventh Day“, Muslime,  „Bible believers“ und noch einige mehr. Wir feierten also einen wunderschönen Aschermittwochsgottesdienst, wobei die Spendung der Aschekreuze noch den längsten Teil beanspruchte. Dort kamen die Menschen plötzlich von überall her, die Kirchehatte sich inzwischen rappel voll gefüllt, sodass kein Platz mehr zu finden war. Doch auch von draußen kamen Scharen von Menschen herein und wollten alle das Zeichen des Kreuzes auf ihre Stirn gezeichnet bekommen. Bei uns "Azungus" hat man es natürlich besonders gesehen und alle fanden das richtig interessant - was uns allerdings erst im Nachhinein bewusst wurde :) In mir stieg an diesem Tag bereits die Vorfreude auf das kommende Osterfest und die vorbeireitenden Feiertage, da ich denke, dass dies hier um ein Vielfaches intensiver begangen wird, als noch das Weihnachtsfest.
Nach der 2,5-stündigen Messe gab es noch phala in der Schule, wozu auch ich mich noch in das Lehrerzimmer begab. Gleichzeitig korrigierte ich noch restliche Arbeiten und trug Noten in das Register ein. Den Rest des Tages verbrachte ich mit Fasten und einem Hausputz. Außerdem gab es seit langem einmal wieder die Gelegenheit der untergehenden Sonne zuschauen zu gehen. Alles in allem war es kein typischer Aschermittwoch, da man außer dem Gottesdienst nichts vom Fasten oder dergleichen erfährt, jedoch war die Messe für mich wirklich sehr beeindruckend und mit Vorfreude auf Ostern verbunden.



Unsere geflochtenen Köpfe
mit den "kahlen Stellen" :) 
Einen Tag vor dem Zwischenseminar gingen wir zu unserer Friseuse, um uns die Haare einflechten zu lassen. Schließlich wollten wir ein wenig afrikanisch zum Seminar erscheinen - doch leider kam alles ganz anders, als geplant: Wir verbrachten also den ganzen Samstag bei Mrs. Mwase, einer jungen Lehrerin an einer der staatlichen Grundschulen bei uns im Ort. Wir unterhielten uns über viele verschiedene Themen, begrüßten immer wieder Besucht, schließlich war es eine große Besonderheit, dass zwei Weiße sich bei ihr im Haus aufhielten und so strömten die Frauen ganzen Nachbarschaft herbei, um mit uns oder Mrs. Mwase zu reden oder sich nur ein wenig Ufa auszuleihen und dabei einen Blick auf die Haare der „Azungus“ zu erhaschen. J Dabei lernte ich, dass man als Besuch von draußen „Odi?“ ruft, auf ein „Lowani.“ von drinnen wartet, sich dann erst setzt und danach dem Hausherren und den anderen Personen im Haus die Hand gibt und sich nach dem Befinden erkundigt („Madzuka/Mwaswera bwanji?“). Für mich ist das definitiv ein Zeichen von malawischer Gemütlichkeit, dass man bloß nichts übereilt.  Pro Kopf benötigten zwei Frauen also 3,5 Stunden zum Einflechten, mit integrierter Mittagspause, in der leckeres Nsima mit grünem Gemüse gekocht wurde, saßen Frieda und ich also von 8Uhr bis 16Uhr bei Mrs. Mwase im Haus. Es war ein schöner und interessanter Tag, doch bei dem Blick in den heimischen Spiegel war das Ergebnis leider nicht ganz so, wie gewollt. Man sah, da wir keine Mesch, also keine zusätzlichen künstlichen Haare verwendeten, viel zu viel weiße Kopfhaut und mit den brauen Haaren war der Kontrast einfach zu groß. Es erinnerte ein wenig an stellenweisen Haarausfall… J Trotzdem konnten wir uns noch nicht recht entschließen, die ganze Arbeit wieder auszuflechten und so aßen wir zu Abend, schrieben Tagebuch und schauten uns anschließend noch einen Film an. Nach diesem allerdings, konnten wir nicht mehr an uns halten und so wurde der Plan, mit geflochtenen Haaren zum Zwischenseminar zu fahren, kurzerhand umgeworfen. Wir saßen also von 22.30Uhr bis 1Uhr nachts und flochten uns gegenseitig mit einer Nadel die Haare wieder aus. J Zuvor wurden allerdings noch Erinnerungsfotos gemacht, falls uns diese Aktion niemand glaubt. Trotzdem denke ich, hat sich der Tag sehr gelohnt. Wir haben neue Freunde kennen gelernt, haben mit ihnen gemeinsam zu Mittag gegessen und wieder ein Stück weit malawische Kultur erfahren.



Unser Seminarraum im Carmel mitten in der Natur,
 nur mit Moskitonetzen "geschlossen".

Die riesige Libary der Kamuzu Academie
 in der Nähe von Kasungu.
Vom 17. bis zum 23.März ging es dann schließlich zum Zwischenseminar in das Carmel Prayer House (1 Stunde nördlich von Madisi, nahe Kasungu), wo der spanische father Compes mit einem malawischen Mitbruder Exerzitienhäuser für Ordensleute, Missionare und Priester hier im Land leitet. Es war eine wunderschöne Woche mit zwei ehemaligen Freiwilligen aus Deutschland, die das Seminar leiteten, unseren 9 Missionarinnen auf Zeit in Malawi und 5 anderen Freiwilligen aus Mosambik. Neben vielen Diskussionen und Gesprächsrunden sowie verschiedenen Methoden zum Erfahrungsaustausch über Themen wie Ich im Projekt, Kultur, Beziehungen/Freundschaften, Tod/Leid/Krankheit, Beziehungen zu den Schwestern/padrés, Rückkehr nach Deutschland, kam natürlich auch der Spaß nicht zu kurz und so bildete der Donnerstag der Woche den Höhepunkt. An diesem Tag stand ein Ausflug zur Kamuzu academie in der Nähe von Kasungu an. Das ist eines der besten afrikanischen Elitegymnasien - und es war ein ziemlicher Kulturschock für mich. Ich glaubte zeitweise nicht mehr, dass ich mich noch auf malawischem Boden befand, zum Beispiel beim Anblick der riesigen Bibliothek, die nach einem Vorbild aus Washington D.C. gebaut wurde. In den Klassen saßen maximal 24 Schüler, die u.a. drei Jahre in Chinesisch unterrichtet wurden! Lehrerinnen durften Hosen und Mini-Röcke tragen, das ganze Personal, sogar Putz- und Sicherheitskräfte, sprach Englisch, in der hauseigenen Klinik gibt es 4-Mann-Zimmer, auch ein Teich und eine riesige Sportanlage hat das Gelände vorzuweisen! Dafür zahlen die Schüler jedoch auch 2.000 Dollar pro Term, das bedeutet 6.000 Dollar pro Schuljahr! Diese Einrichtung war wirklich beeindruckend zu sehen, aber dann war ich auch wieder froh, in unserem übervollen Minibus zu sitzen und die vorbeiziehende malawische Landschaft zu genießen - auf dem Weg zum See. Es war also ein wunderschöner und abwechslungsreicher Tag, mit der Academie auf der einen und dem Schwimmen im See auf der anderen Seite.


Wieder zurück in Madisi und gestärkt mit neuen Erfahrungen, welche uns das Seminar bot, nutzen Frieda und ich den verbleibenden Samstag und Sonntag zum Wäsche waschen und einkaufen. Ich musste auch noch meinen Unterricht vorbereiten, am Montag ging es schließlich nahtlos weiter. Doch es gab eine Besonderheit: an diesem Montag kam father Mgunda, der Priester im Ort, zu uns in die Schule und den Kindergarten, um die Kinder zu segnen. Das hatte einen bestimmten Grund, denn viele glauben nämlich an „witch craft“ (Hexerei/Magie), die sie dann in der Nacht „holt“ und nicht schlafen lässt, sodass sie im Unterricht einschlafen und nicht aufpassen können. Also wurde kurzerhand der Priester für diesen Tag gerufen und dieser ging durch jede einzelne Klasse und segnete jeden einzelnen Schüler mit drei kräftigen Wasserspritzern, sodass sie beinahe völlig nass waren. Zum Glück geschah es auch während einer meiner Stunden sodass ich die Prozedur genau mitbekam. Zuerst wurde gebetet, dann gesegnet. Der Orphan-Beauftragte der Schule lief mit einem großen Wassereimer mit von Klasse zu Klasse, damit father Mgunda immer Wasser zum Nachfüllen bereit hatte…Ein typisch malawisches Bild für mich: man braucht von allem immer riesige Mengen! J Nun  ist jedes Kind gesegnet und von der „witch craft“ befreit und kann sich komplett auf den Unterricht, sowie die anstehenden Terminal Tests konzentrieren.

Bis zum nächsten Artikel wünsche ich euch allen eine gesegnete und frohe Zeit der Vorbereitung auf das bevorstehende Osterfest und ein intensives Wahnehmen auch bereits bekannter Riten und Traditionen!

christina


Samstag, 9. Februar 2013


Moni wa ku Malawi! - Grüße aus Malawi!

Ein Monat ist wieder vergangen, die Fastenzeit und damit die Vorbereitung auf das bevorstehende Osterfest rückt immer näher, doch vorher ist noch ein neuer Blogartikel an der Reihe und wie auch daheim in Wittichenau, so wurde auch hier ein wenig Fasching "gefeiert" - nur auf zwei Wegen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können...


-Besuch aus Deutschland-

Im Januar besuchten uns Schwester Hildegarde, die Provinzoberin der Franziskanerinnen von Salzkotten und Schwester Arnoldis, um sich das Projekt wieder einmal genauer anzusehen und unter anderem auch das neu errichtete Hostel in Augenschein zu nehmen. Ihr Besuch war eine große Freude, besonders für die beiden deutschen Schwestern, Sr.Klara und Sr. Veronika hier in Madisi. Aber auch die Kinder und Lehrer waren begeistert  und übten täglich das korrekte Aussprechen der beiden Namen. Hildegarde machte ihnen dabei die meisten Probleme; daraus entstand dann oft “Hilda” oder auch “Hildage” - jedoch bemühten sie sich, das konnte man hören. J

-Bücher für die Libary-

Vor dem Besuch der beiden Schwestern kam hier in Madisi aber noch etwas ganz anderes an: eine Spende einer deutschen Organisation, welche für Bücher für die Schule eingesetzt werden sollte. Also machte sich Schwester Veronika für einen Tag auf nach Lilongwe und kam mit einem Kofferraum voller wertvoller Bücher zurück. Somit ist die hiesige Bibliothek wieder um einige Schätze reicher und es befinden sich nun unter anderem Biografien von Nelson Mandela und Barack Obama, verschiedene Lehrbücher und Hefte mit Aktivitäten für Kinder, als auch Shortstories für Lehrer und Schüler jeden Alters und vieles mehr in den Regalen. Bei der Vorstellung gab es großes Staunen der Lehrer, denn Bücher sind hier wirklich etwas ganz Besonderes. Beinahe niemand besitzt eines zu Hause; sie sind einfach zu teuer und niemand kann sie sich leisten. Das einzige Buch, welches zu Hause im Regal steht, ist vielleicht noch die heilige Schrift oder das Gesangbuch für die Kirche.

-Nachmittagsbeschäftigungen-


Malawis Kinder -
ob im Unterricht, im HomeCraft Center
oder einfach bei einem Fußballspiel -
die Augenblicke mit ihnen
erfüllen mich immer wieder.
Die Arbeit in der Schule erfüllt mich immer mehr und immer besser komme ich auch mit den Kindern im Unterricht klar. Auch, wenn es mal den einen oder anderen “Raudi” gibt, der wieder über die Strenge schlägt und die Grenzen austesten möchte. J Meistens macht es allerdings Spaß mit ihnen zu arbeiten, ihre Kreativität zu sehen oder sich in verschiedenster Weise am Nachmittag mit ihnen zu treffen. Seit dem neuen Term gebe ich nun auch Flötenunterricht für einige Mädchen, nachdem ich es mir in den Ferien selbst beigebracht habe. Meine Tanzgruppe macht allen auch noch sichtlich Spaß und wir bereiten schon den nächsten Auftritt für den Closing-Day von Term 2 vor. Natürlich darf aber an jedem Montagnachmittag auch der Spaß nicht zu kurz kommen und so tanzen die Mädels auch oft einfach mal nur wild durch den Raum - diese Gelegenheit haben sie sonst nicht und im Unterricht sollen sie auch immer still sitzen...da bringt der Nachmittag schon ein wenig Abwechslung. Insbesondere jetzt, wenn auch alle Standards an mindestens 2 Tagen der Woche (STD 8 aufgrund der Examinations an jedem Tag der Woche)  auch noch Nachmittagsunterricht haben. Ansonsten bin ich oft im Home Craft Center, lerne stricken, tanze mit den Kindern, lasse sie mal mit vielen bunten Stiften hantieren, etwas ausschneiden (viele halten zum ersten Mal eine Schere in ihrer Hand) oder ich male sie bunt an...

-Fasching-


Die geschminkten Kinder aus Standard 4
mit ihren Luftballons. 
Das Wort “carnival” kommt den meisten, wenn nicht sogar allen, völlig unbekannt vor. Einige Lehrer meinten sogar es sei ein Tier, welches sich nur von anderen Tieren ernährt, nicht aber von Pflanzen. J Somit musste ich sie am 8. Februar erst einmal aufklären, was Fasching denn bedeutet und was zur Zeit in Deutschland los ist. Sie haben jedoch nicht so ganz nachvollziehen können, wie sich Menschen absichtlich anmalen, oder verrückt kleiden und erst recht nicht, wie sie sich mutwillig über die Politik auslassen können....dafür würde man hier in Malawi ins Gefängnis kommen. Aber gut, für die Kinder zählte eigentlich nur, dass ihre Gesichter gleich bunt angemalt wären und dass jeder einen Luftballon mit nach Hause nehmen kann! Da es wieder nicht so viele Kinder aus der 4. Klasse waren, welche zum Home Craft Center kamen, konnte ich mir für jedes individuelle 5 Minuten Zeit nehmen und es ein wenig “verwöhnen”. Die meisten haben es sehr genossen und waren völlig ruhig, als sie die zarten Pinselstriche in ihrem Gesicht spürten. Und die Farbe aus dem Tuschkasten sah wirklich super aus, auf der schwarzen Haut! Anschließend durfte jedes Gesicht auch noch in meinem Taschenspiegel begutachtet werden…das war eine Freude! So war es wieder ein sehr gelungener Nachmittag mit und für die Kinder und ich bemerkte gar nicht, wie schnell die Zeit verging - eigentlich zu schnell.

-Gule wamkulu-

„Der große Tanz“ heißt "gule wamkulu" übersetzt und bedeutet, dass dieser der bedeutendste aller traditionellen Tänze in Malawi ist. Und diesen "gule wamkulu" habe ich nun endlich auch gesehen! Am 26. Januar wollte ich mir mit Frieda eigentlich ein Fußballspiel in Madisi anschauen, aber es stand irgendwie -typisch malawisch- nicht statt. So schlenderten wir ein wenig durch die Gegend und trafen einen Lehrer aus der Schule, welcher sich erkundigte, was wir denn spannendes vorhaben. Nichts, antworteten wir und so gab er uns den Tipp, mal am Minibus-Depot nachzuschauen, dort findet eine politische Wahlkampagne statt. Also machten wir uns auf den Weg, um zu schauen, wie Politik  hier in Malawi vor sich geht. Naja, viel verstanden, bis auf die Kampagnen-Rufe, haben wir nicht - es war alles in Chichewa. Aber weitestgehend wurde eben nur geredet und den Menschen irgendwelche Versprechungen gemacht…das konnte man an ihren begeisterten Augen sehen. Aber zwischendurch wurde auch getanzt, ein Chor hat gesungen und Trommler schlugen den Rhythmus dazu. Eigentlich wollten wir schon wieder gehen doch dann stand plötzlich ein Junge aus meiner Klasse vor mir und fragte mich, ob ich denn nicht immer schon einen "gule wamkulu" sehen wollte. Natürlich, meinte ich und er riet mir, hier zu bleiben, denn gleich würde einer kommen. Ich konnte zwar keinen Zusammenhang zwischen dieser offiziellen Wahlveranstaltung und dem höchst traditionellen Tanz sehen, aber ich glaubte ihm, erst recht, als ich ihn aus etwa 500m Entfernung anlaufen sah! Das war wirklich aufregend für mich und malawische Kultur pur. Als er (es waren übrigens 5 Tänzer) dann nach etwa einer Stunde Wartezeit auftrat, war es wirklich begeisternd und angst einflößend zugleich. Denn es hieß immer, dass man dieses höchst traditionelle Ritual auf keinen Fall und unter keinen Umständen fotografieren dürfe - auch auf „Weiße“ wird dabei keine Rücksicht genommen. Denn die Menschen sind hier wirklich sehr abergläubisch. Auch wenn sie in die Kirche gehen und christlich geprägt sind, ist dieser Glaube, an die Ahnen und an Magie doch immer (noch) in ihren Köpfen. Deshalb mache ich in solchen Fällen lieber, was mir gesagt wird - ob ich es nun glaube, oder nicht. Also fragte ich erst die Menschen um mich herum, ob ich denn Fotos machen dürfe. Sie sagten, dass es absolut kein Problem sei und so nahm ich einige Bilder auf. Doch plötzlich erschien eine Hand auf dem Display meiner Kamera und ein Malawier hatte mich entdeckt und einem Polizisten Bescheid gegeben, dass ich fotografiere. Also stoppte ich das Ganze so schnell wie möglich und nahm die Kamera herunter, doch dieser malawische Mann schaute mich noch lange ganz böse an und zeigte mit dem Finger für einen Augenblick auf mich, sodass mir ganz anders wurde! Auch, wenn er weit weg stand, wusste ich doch nicht, was passieren könnte…Zum Glück ist mir nichts zugestoßen. doch am nächsten Tag in der Schule erkundigte ich mich noch einmal genauer bei den Lehrern. Sie meinten, dass ich eine verantwortliche Person hätte um Erlaubnis fragen müssen und nicht einfach irgendjemanden um mich herum. Aus diesem Grund lasse ich es auch lieber, Bilder zu veröffentlichen, auch wenn ich in keinster Weise abergläubisch bin, jedoch möchte ich die malawische Kultur, die so kostbar für die Menschen ist, schätzen und respektieren.

-Ausflüge in die Umgebung-


Die Käfer sahen eigentlich richtig hübsch aus
mit ihrem bunten Panzer und geschmeckt haben sie
auch noch - wie salzige Chips. 
Am 19. Januar machte ich mich mit Friederike wieder in aller Frühe auf zum Minibus Depot, mit dem Ziel Chezi (zwischen Lilongwe und Salima), wo eine Freundin von uns ihrem Geburtstag feierte. Doch vorerst trafen wir noch einige Besorgungen in der Hauptstadt und ich besuchte noch das „Emmanuel Teacher Training College“, an dem einige Freunde aus Madisi ihre Lehrerausbildung machen. Das College, welches der deutsche Herr Kretschmer leitet, ist etwas außerhalb Lilongwes gelegen und ich musste u.a. eine Cabasa nehmen, die einige Wege etwas abseits der Hauptstraße entlang fuhr. Dort angekommen musste ich ein wenig warten, da gerade noch die letzten Examinations geschrieben wurden. Doch dann hatte ich die Chance, das College zu sehen und mich mit meinen Freunden, den angehenden Lehrern, zu unterhalten, bevor ich mich erneut auf den Weg machte, einen Minibus in Richtung Salima zu erwischen. In Chezi angekommen besichtigten wir zuerst ein wenig das Projekt (Rainbow Waisenkinderprojekt), wurden äußerst herzlich und stürmisch von den im Center lebenden Kindern begrüßt und schauten uns das Dorf, sowie die Schule an, in der Anne und Hanka unterrichten. Nach einer kleinen Feier am Abend, zu der wir u.a. auch mitgebrachte Käfer probierten gab es am nächsten Tag, dem Geburtstag von Anne, ein richtig großes, vielfältiges und lecker zubereitetes Frühstück mit u.a. Kokosnüssen, Granatäpfeln, Soja-Phala, Brot, selbstgemachtem Kräuterquark als Dip, Möhren, Ananas, Gurken und Rührei. Bald danach mussten Friederike und ich, sowie die Mädchen aus Guilleme sich schon wieder auf den Heimweg begeben. Wir machten noch kurz für einen Einkauf auf dem Obstmarkt in Lilongwe Halt und spazierten über eine äußerst wacklige Brücke über einen Fluss, die als beliebte Abkürzung von den Malawiern genutzt wird. Nachdem wir 20 Kwacha zahlten, durften auch wir sie betreten. Über das gleiche Gewässer gibt es in geringen Abständen mehrere Brücken: Wenn eine zu Bruch geht, wird einfach die nächste benutzt, so sind die Malawier. J Es war schon eine ziemlich wacklige Angelegenheit, jedoch auch ein spannendes Erlebnis…

-Neuigkeiten aus Madisi-


Mr. Mailosi, der Ochsenkarren
mit den dankbaren Eltern und Sr. M. Klara.
Vor kurzer Zeit, ich saß nach meinem Unterricht gerade im Lehrerzimmer, fuhr auf einmal ein Ochsenkarren auf den Schulhof. Ich schaute mir das natürlich genauer an und fragte Schwester Klara fragte, was die Leute holen/bringen würden. Sie meinte, es passiere zwar selten, aber ab und zu kommen noch Eltern/Guardians und bedanken sich dafür, dass ihre Kinder hier auf die Schule gehen dürfen, ohne etwas bezahlen zu müssen. Das machen sie dass in Form von einem Karren voll Feuerholz und Maismehl, was Schwester Klara ganz besonders freut, da dies tagtäglich zum Zubereiten des Essens benötigt wird.
Am letzten Sonntag, den 3. Februar, haben Frieda und ich mit unserem Chor „Our Lady of Victory“ im Gottesdienst gesungen. Das war ein spannendes Erlebnis, da wir schon Tage vorher (Mittwoch bis Samstag) fleißig zu den Proben gegangen sind und dementsprechend jedes Lied mitsingen und noch die richtigen Bewegungen dazu machen konnten. Es hat wirklich viel Freude gemacht und kommt hoffentlich noch das ein oder andere Mal vor, während wir hier sind.

-stawiznička-

Hdyž sym jónu wječor ze šule přišła, dókelž sym na chowanje słónca hladać była, widźach na raz małke dźěćo, kotrež běše snano 1 lětko stare. Wone dźěše ze sotru do mojeho směra a sotra mi praješe (wězo w chichewa) zo dyrbjach skrótka na njich čakać. A nadobo daše mi małe dźěćo jedyn plack do ruki! To běše woprawdźe přechłapjenka. Njebych žneje z tym lićiła, zo tež ja jako “běła”raz něšto dostanu, runje dókelž tu kóždy praji, zo smy my wšě bohate a mamy bóh wě kak wjele pjenjezy, štož možu někak tež zrozumić. Přez to pak sym so jara wjeseliła a z nowym nazhonjenjom domoj šła.


So sende ich euch allen herzliche Grüße in die närrische Heimat! Und auch, wenn mein Faschingsfest in diesem Jahr geringfügig ruhiger ausfällt, so habe ich es bisher nur genossen und würde auch mit niemandem tauschen wollen. J

Eure christina.

Sonntag, 6. Januar 2013


Weihnachtsfest, Urlaub am See, Jahreswechsel in der Schule und „Epiphanias“ am 6. Januar


Allen Lesern meines Blogs wünsche ich zu allererst noch ein frohes und gesegnetes neues Jahr 2013! Ich hoffe, dieses hat für jeden von Euch in irgendeiner Art und Weise besonders begonnen - hier lest Ihr, was für mich den Jahreswechsel unvergesslich machte. Zunächst jedoch von vorn:

 


-Weihnachten-

Das diesjährige Weihnachtsfest viel etwas unspektakulärer aus, als ich es mir gedacht habe, jedoch ist es gerade deshalb etwas Besonderes für mich, da mir einmal mehr bewusst wurde, wie viel mir Weihnachten mit der Familie und mit all den Bräuchen und Traditionen daheim bedeutet.
Am 24.12. bin ich vormittags zur Arbeit ins Krankenhaus gegangen - schon das war eine Besonderheit, da ich bisher an diesem Tag in Deutschland immer schulfrei hatte und somit automatisch zu Hause war. Schon den ganzen Tag beobachtete ich Frauen und Kinder, die vor der Tür des Schwesternhauses saßen, um sich ein „christmas gift“ abzuholen. Dieses waren in diesem Jahr zwei Kilo Reis, sowie Seife zum Waschen. Das machen die Schwestern immer so; alljährlich bereiten sie ca. 40 Geschenke vor, die zum diesjährigem Fest aber nicht reichen wollten, da so viele Frauen kamen (oder teilweise auch mehrere Frauen aus einer Familie).
Um 18Uhr kam dann der befreundete Pater der Schwestern zu uns ins Konvent und feierte eine „Christmesse“ in der Kapelle der Schwestern. Das war die nächste Besonderheit, denn sonst gehe ich zur Christnacht immer in die große Pfarrkirche nach Wittichenau. In diesem Jahr sollte also alles ein wenig kleiner sein. Während der Messe hörte ich plötzlich Stimmen und ein Räuspern von draußen. Und durch die geöffneten Fenster konnte ich einige kleine Jungs erkennen, die vor der Kapelle kniend den Gottesdienst verfolgten - oder auch nur die funkelnde Lichterkette am Christbaum bestaunten.J Es war ein sehr niedliches Bild.
Danach gab es ein leckeres Abendessen und anschließend die Bescherung. Nachdem jeder reichlich beschenkt wurde, saßen wir noch beisammen und unterhielten uns. Und etwas fiel mir in diesem Jahr auch an mir selbst auf: auch, wenn z.B. ein Geschenk eine Tüte Chips oder Obst auf dem Gabenteller war, hier in Malawi freut man sich über solche Kleinigkeiten irgendwie viel mehr, als zu Hause in Deutschland…
Am nächsten Tag wartete schon die nächste Besonderheit - ich ging in zwei Gottesdienste. Der erste fand, wie jeden Sonntag, um 7.30Uhr statt und ich brachte zur Gabenbereitung meinen selbstgebackenen Apfelkuchen nach vorn. Der hat den drei Priestern der Gemeinde übrigens sehr gut geschmeckt, wie ich zur Silvesterparty erfuhr. - Auch, wenn ich alles in einem Topf mit einem nicht mehr ganz intakten Mixer verrühren und „phi mal Daumen“ zusammengeben musste. Der nicht mehr exakt schließende Backofen gab dann noch den Rest dazu. J
Unsere weihnachtlich geschmückte Pfarrkirche
Der erste Gottesdienst verlief eher wie an einem normalen Sonntag - mit Chorgesang, jedoch keinen spektakulären Ereignissen. Bis auf den Fakt, dass der Chor nur in Begleitung von Trommeln sang, was ich ja anstelle des Keyboards immer noch viel afrikanischer und schöner finde.
Der anschließende große Weihnachtsgottesdienst fand um 10Uhr statt. Dort gab es dann wieder ganz viele große und kleine Tanzmädchen, die unter anderem wieder ganz festlich und besonders die Heilige Schrift von hinten nach vorn tanzten, einen Chor mit Keyboard und einer wahren Besonderheit am Ende der Messe: ein Mädchen tanzte mit einem weißen Kopftuch und Schleier das Magnifikat vorn am Altar, während der Chor es sang! Das habe ich noch nie gesehen und es hat mich sehr beeindruckt - gerade auch die Bewegungen des Mädchens.

Die üppig geschmückte Krippe
und der Weihnachtsbaum
Der Kirchenschmuck fiel in diesem Jahr auch etwas üppiger als gewohnt aus: Überall hingen quer durch die Kirche Glitzergirlanden und kitschige Bildchen. Der Altar war in den Farben gelb und weiß mit vielen Tüchern geschmückt und auf der linken Seite standen ein Plastikchristbaum, ebenfalls mit Glitzergirlanden verziert, sowie eine Krippe, in der allerdings gleich schon am 24.12. die heiligen drei Könige (und das in doppelter Ausführung) vorhanden waren. J Zu ihnen gesellte sich noch ein Weihnachtsmann und ganz viele Kühe, Schafe, Ziegen und ein Elch.
Das war aber auch schon alles, was Weihnachten hier besonders machte. Da der zweite Weihnachtsfeiertag auf einen Mittwoch fiel und in Madisi mittwochs normalerweise keine Messe in der Pfarrkirche stattfindet, gab es auch in diesem Jahr keine, was ich persönlich sehr schade fand, denn so war es ein Tag wie jeder andere hier auch. Sogar die kleinen Läden auf dem Dorfplatz hatten geöffnet, Frauen sah man ganz normal im Dorf spazieren laufen und Kinder auf der Straße spielen. Männer saßen da und spielten „Bao“, ein beliebtes Murmelspiel. Vom mir bekannten Familienfest bekam ich in diesem Jahr also sehr wenig zu spüren und das war auch der Grund, warum ich „mein“ Weihnachten zu Hause sehr vermisst habe…
Die pfeifenden Kinder :)
Dennoch war es eine schöne Erfahrung, auch einmal ganz weit weg von der eigenen Familie zu feiern, bei heißen Temperaturen und komplett anderen Traditionen und Riten.
Und am 2. Weihnachtsfeiertag, als wir gerade von einem Spaziergang zurückkamen, rannten uns einige Kinder hinterher und wollten von uns fotografiert werden. Den Gefallen taten wir ihnen natürlich und spielten dann ein lustiges Spiel mit ihnen: Zuerst begann Frieda, dann auch ich, auf den hochgewachsenen Grashalmen zu pfeifen und machten es den Kindern vor, wie es funktioniert. Wir dachten, sie würden es nicht können, doch da irrten wir uns. Sie wandten einen leichteren Trick an und pfiffen uns ebenfalls etwas vor. Schließlich mussten wir noch gemeinsame Erinnerungsfotos machen, denn das war wirklich noch ein schönes weihnachtliches Erlebnis für mich.





-Urlaub am See-

Auf unserer Cabasa-Fahrt kamen wir auch an
vielen traditionell bemalten Lehmhütten vorbei.
Am 27.12. ging es dann in den Urlaub. Dort trafen ich mich mit den anderen MaZ’lern, welche den Jahreswechsel gemeinsam feiern wollten. Unter anderem schwammen wir wieder einmal im bezaubernd schönen Malawi-See, machten eine Fahrt mit der Cabasa über ca. 30km (!) durch die afrikanische Landschaft, mit Zwischenstopp zum Baden an einer anderen Lodge, schauten uns eine von zwei heißen Quellen an und schlachteten ein Huhn.
Ihr könnt mir glauben, die heiße Quelle war wirklich heiß! Ich verglich die Temperatur des Wassers mit der, wenn ich im Winter eine Schüssel mit heißem Wasser zum „Beine brühen“ nehme. Nur war natürlich die Umgebungstemperatur auch warm bis heiß und das zusammen war schon ein ganz komisches Gefühl. Dort kam einfach beinahe kochend heißes Wasser unter einem Stein aus dem Boden aus einer kleinen Quelle gesprudelt und bildete einen kleinen „Teich“. In der Quelle trafen wir auf einige Frauen und Kinder, die ihre Kleidung und auch sich selbst wuschen - für die meisten die einzige Möglichkeit auf heißes Wasser. Einige Meter weiter gab es noch einen solchen Ort für Männer, die wir uns allerdings nicht anschauten. J
Unser Weihnachtsgeschenk, das zu schlachtende Huhn
und wir zwei MaZ'lerinnen am Werk :)
Am 29.Dezember, als noch die letzten Mädchen zu uns stießen, wurden schließlich die Wichtelgeschenke ausgepackt. Jedes der 4 Projekte hat im Vorfeld einen Zettel mit einem anderen Projekt gezogen und ein kleines Weihnachtsgeschenk besorgt. Und was bekamen die Madisi-Mädels? - Ja, ein Huhn! J Eine wirklich tolle Überraschung. Jedoch konnten wir im Urlaub mit dem Huhn nicht viel anfangen und zu Hause haben wir auch keine Möglichkeit, es zu halten. Also mussten wir es „entsorgen“ - so schade es auch schien. J Da wir einige Tage zuvor im Ort, etwas entfernt von unserer Lodge, ein kleines Restaurant gefunden haben, das Essen dort ausgezeichnet schmeckte und der Kellner und auch gern wiedersah, fragten wir ihn, ob er uns helfen würde, das Huhn auf typisch malawische Art und Weise zu erledigen. Klar, das war natürlich kein Problem. Und so machten wir uns mit dem inzwischen etwas streng riechenden Huhn auf den Weg zum Restaurant, zum Kochtopf. Da es das Geschenk von Frieda und mir war und wir schon immer mal ein Huhn schlachten wollten, taten wir es, mit der Hilfe von Patrick auch gleich. Frieda stelle sich mit einem Fuß auf die Füße, ich auf die Flügel des Huhns, hielt den Kopf fest und Frieda schnitt mit einem mehr oder weniger scharfen Messer die Kehle durch. Zumindest bis es blutete, dann musste Patrick es zu Ende bringen.J Es war wirklich lustig anzusehen und -zuhören, als wir bei jedem kleinen Zucken des Huhns, einen Schrei ausstießen.J Noch nicht so wirklich malawisch, aber ich habe mir fest vorgenommen, es mindestens noch einmal ganz allein zu machen…zo može dźědo hordy na swoju wnučku być.J


-Silvester-

Der Schriftzug in dem Raum,
in welchem wir Silvester feierten.
Am letzten Tag des Jahres entschied ich mich spontan dazu, wieder nach Hause, nach Madisi zu fahren und dort den Jahreswechsel mit den Lehrern und Mitarbeitern der Schule typisch malawisch zu feiern. Und rückblickend war dies genau die richtige Entscheidung, denn so kam man auch mal in einem anderen Rahmen, als nur im Lehrerzimmer oder irgendwo auf der Straße ins Gespräch und in Kontakt. Wir tanzten die ganze Nacht lang - bis um 5Uhr schon wieder die Sonne aufging. Dann trieb mich die Müdigkeit der letzten Tage allerdings heim. Es war ein wirklich gelungener Abend mit leckerem Essen (Reis, Weißkohl und Fleisch), Spiel und Spaß (Rätselaufgaben), sowie kleinen lustigen Theatervorstellungen der Lehrer und Küchenfrauen. Kurz vor Mitternacht nahm sich jeder noch ein Getränk, es wurde der Countdown gezählt und mit allen im Raum angestoßen. Das Feuerwerk blieb in diesem Jahr aus, was ich jedoch gar nicht vermisste, denn es war ja alles andere interessant, anderes und aufregend für mich gewesen.
Die Heimfahrt am 31.Dezember war jedoch wieder ein Abenteuer für sich, eine Reise durch halb Malawi - allein. Mir machte es allerdings viel Spaß, ich traf immer auf freundliche Menschen und kam gesund an mein Ziel. In Nkhotakhota startete ich morgens mit einem Van, ursprünglich für max. 10 Personen ausgelegt. Allerdings machten sich mit mir noch 19 (!) andere Passagiere auf den Weg durch das nahegelegene Wild-Reservat. Ich saß mit 10 Personen im Kofferraum, von welchem die Haube zeitweise einfach offen blieb, da wir sie anfangs gar nicht geschlossen bekommen haben. Dann allerdings wurde noch einmal ein wenig gequetscht und durch das Reservat blieb sie dann zu. Wir hatten Glück und vor unserem Auto sprangen zwei Säbelantilopen vorbei. Andere Tiere ließen sich aber leider nicht blicken…
Wenn später andere Personen in den Kofferraum zustiegen, wurden immer freundliche Blicke ausgetauscht, jeder begrüßte den anderen kurz und viele wunderten sich, was so eine junge Weiße allein mitten in Malawi macht. Vor allem, als ich ihnen erzählte, wo ich herkam und wohin ich wollte. Es macht mich immer ganz froh, wenn ich sehe, wie viele Menschen lächeln und sich freuen, dass ich mich mit ihnen auf Chichewa unterhalten kann und eben nicht nur ein Tourist bin. Nachdem ich in Kasungu schließlich aus dem Van ausstieg, fragte ich mich kurz nach dem richtigen Anschlussbus durch und schon saß ich in einem Big Bus, auf dem Weg nach Madisi. Dort angekommen, nahm ich eine Cabasa, die mich noch bis nach Hause brachte und dann war ich wieder einmal ein wenig stolz und völlig erleichtert angekommen. J Es ist schon ein richtiges Abenteuer, allein durch das halbe Land zu reisen, doch es macht mir inzwischen riesigen Spaß.


-"Epiphanias"-

Eines der Mädchen,
welche die "Ordner" mimten - süß.
Das „Fest der Erscheinung des Herrn“, Epiphanias, wurde am 6.Januar wieder ganz traditionell in der Pfarrkirche zelebriert. Es war sozusagen das Fest der Kinder. Denn der gesamte Gottesdienst wurde von Kindern ausgestaltet: die Lesung, die Fürbitten und sogar die Vermeldungen wurden von Kindern vorgetragen. Auch der Chor bestand ausschließlich aus den Jüngsten der Gemeinde und diese sangen in Begleitung vom traditionellen Trommelrhythmus, was mich einmal mehr faszinierte. Selbst die Aufgaben der „Ordner“ an den Türen übernahmen die Kinder. Das war schon ein ziemlich niedliches Bild. J Natürlich gab es einige Patzer, besonders beim Chor, aber das gehört eigentlich dazu und machte das ganze noch authentischer. Einige Male mussten die Gottesdienstbesucher schmunzeln - das machte einfach Freude. Und nach dem Auszug des Priesters und der Ministranten gab es noch einige kleine Beiträge von Kindern aus Madisi. Zum Beispiel sagten einige Bibelstellen auswendig auf, ein Junge aus meiner Klasse sang und tanzte zur Freude aller Beteiligten ein englisches Lied J, eine Gruppe von Mädchen sang das lustige Bewegungslied „Make a melodie in my heart“, welches ich auf einem Vorbereitungsseminar in Deutschland gelernt habe. Danach folgten, soweit ich es auf Chichewa verstanden habe, Witze und ein kleines Theaterstück. Die Kleinen gaben sich am heutigen Sonntag richtig Mühe und ich muss sagen, dass sich der ganze Übungsaufwand der letzten Wochen wirklich gelohnt hat.

Mit dem heutigen Sonntag enden allerdings auch die ersten Termferien wieder; ab dem 7.Januar nämlich geht „der Ernst des Lebens“, die Schule, wieder los. Am Freitag traf ich mich hierfür im Lehrerzimmer noch mit einem Lehrer vom College, der mir noch einige Dinge für meinen Unterricht erklärte und dann versuche ich ab morgen wieder mein Bestes zu geben.

Něšto jara zajimałe sym dźensa w cyrkwi hisće nazhoniła: Běše predy mje we wawce małka, někak 9 abo 10-lětna holca zes jeje małkim, snano 3-lětnym bratřikom. Hdyž tón wjac njechaše stać, je holčka jeho cyle jednorje, kaž mama, na ruku wzała a po někotrych mjenšinach je z nim won šła. Po něšto časom nawróči so wona a hólčk meješe w jeho rukomaj něšto słódke, štož je sotra jemu kupiła... To je mi zaso raz pokazało, kak samostatnje dźěći tu hižo w młodej starobje su a kak so woni cyle samotrozumliwe wo małke bratřiki abo sotřički staraja, bjez to zo je nidźe mama widźeć. Jara hnujace.



So sende ich Euch allen ganz liebe Grüße aus Madisi./Lubje was wšěch strowi z Madisi

Eure/waša
christina.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Arbeit im Krankenhaus


Die Zeit vergeht viel zu schnell - zumindest merke ich das natürlich immer besonders, wenn es mir gut geht und das war zB. in den letzten zwei Wochen während meiner Ferienarbeit im „Madisi Mission Hospital“ der Fall. Die Arbeit auf der "Labour ward", der Entbindungsstation, gefiel mir gleich von Anfang an, denn ich hatte das Glück zu Beginn mit zwei überaus netten Hebammen zusammen zu arbeiten, die mir gleich die ganze Station zeigten, mir viele Dinge erklärten und mich auch das ein oder andere mehr machen ließen. Nun ist meine Zeit dort auch fast schon wieder zu Ende und ich möchte euch einige Erlebnisse mitteilen.


Gleich am ersten Tag, ich war noch keine Stunde auf Station, konnte ich bei einer richtig "afrikanischen" Geburt helfen, der Hebamme einige Dinge zu reichen und sogar eine Spritze vorzubereiten. Es war interessant, gleich die Unterschiede zu einer Entbindung in Deutschland festzustellen: Als die Frau spürte, dass es nun los geht, legte sie sich auf eines der drei Entbindungsbetten im Kreissaal (vorher befand sie sich in einem Nebenraum), breitete vorher ihre Folie aus, zog sich aus und wartete. Ich war noch ganz entspannt, da ich von Deutschland kenne, dass es schon noch eine Weile dauern könnte, auch wenn die Frau schon im Kreissaal liegt...doch dann kam es anders. Ich sollte mir eine Schürze und Handschuhe anziehen und dann ging es schon los. Die Frau begann zu pressen und nach einem kleinen Schnitt war das Mädchen auch schon auf der Welt - ohne jegliches Jammern und Hecheln und Bett-verstellen und CTG-laufen-haben. Auch die Frau gab keinen Ton von sich. Grundsätzlich müssen Frauen die Geburt allein bewältigen - kein Ehemann, keine Familienangehörigen an ihrer Seite. Direkt nach der Geburt zieht sie sich wieder an, ging in den Nebenraum zum Ausruhen, legte sich ihr Baby an die Brust und stillte es, als hätte sie schon vier Kinder. Dabei war dies ihre erste Geburt! Das Neugeborene wird hier lediglich gewogen und es wird geschaut, dass "alles dran ist". Keine Körpergröße oder Kopfumfang sind wichtig - und vorerst auch noch nicht  der Name, wie ich lernte. Irgendwie gefällt mir diese natürliche Art und Weise der Geburt schon sehr, bei welcher an erste Stelle darauf geachtet wird, dass es Mutter und Kind gut geht. Jedoch finde ich auch eine so individuelle Betreuung, wie sie in Deutschland der Fall ist, wichtig - nur wird hier eben darauf nicht so viel Wert gelegt, teilweise auch, weil einfach nicht die entsprechenden Mittel vorhanden sind (zB. verstellbare Betten, die der Frau eine optimale Gebärposition ermöglichen). 
Gleich am zweiten Tag im Krankenhaus erlebte ich, das eine Frau auch selbst im Stande ist, das Kind zu entbinden: Wir waren gerade noch mit einer anderen Patientin beschäftigt, die zur Voruntersuchung kam, da hörten wir plötzlich einen Laut und die Frau hatte ihr Baby auf dem Bauch liegen! Das war für  mich sehr erstaunlich und somit war die halbe Arbeit der Hebamme eigentlich schon erledigt.
Dann gab es noch einen Kaiserschnitt, zu welchem ich natürlich gern dabei sein wollte - ich wusste ja nicht, wann sich mir die nächste Gelegenheit bieten wird. Der sog. "c/s" begann um 17.24 Uhr, um 17.28 Uhr war der Junge auf der Welt! Es ist schon beeindruckend einen menschlichen Körper zum ersten Mal von innen zu sehen! Am längsten dauerte schließlich das Zunähen des Bauches, doch auch das verlief komplikationslos. Nach einem Kaiserschnitt müssen die Frauen für 7 Tage im Hospital bleiben, danach dürfen sie nach Hause. 
Das war am nächsten Tag mein Glück, denn am 13. Dezember 2012 kamen Mpatso (Geschenk) und Christina zur Welt - per Kaiserschnitt. Deshalb blieben sie auch, nachdem ich ihnen diese Namen gab (siehe letzter Artikel,) noch  7 Tage auf Station und ich hatte die Möglichkeit, sie jeden Tag besuchen zu gehen. Natürlich nutze ich diese Chance und schenkte ihnen als Weihnachtsgeschenk zwei Chitenje, worüber sich die Mutter sehr freute. Sogleich wickelte sie ihre Zwillinge in diese Stoffe ein und wir machten ein Foto zusammen J Ich war sehr glücklich und anschließend gab ich ihr noch meine Handynummer und hoffe nun, dass wir uns bald einmal wiedersehen werden. 
Wenn an einigen Tagen einfach keine Geburt stattfand, war ich auch auf der "Maternity ward", welche sich aus Kinderstation und postnataler Station zusammensetzt. Dort half ich Frieda, beim Fiebermessen, Medikamenteverteilen oder ließ mir interessante medizinische Dinge von Ärzten und Krankenschwestern erklären.
In der Under-5-Clinic wird gerade ein Kind gewogen.
Jeden Freitag kommen Mütter mit ihren Kindern
und lassen sie wiegen und ggf. auch impfen.
In der letzten Woche hatte ich noch das Glück, 3 Tage mit zwei männlichen Hebammen zusammen zu arbeiten. Hier im Krankenhaus gibt es davon insgesamt 4, da eine Ausbildung zur Krankenschwester meist mit einer zur Hebamme gekoppelt ist. Was diese mir jedoch nicht gleich glauben wollten ist, dass es in  ganz Deutschland nur einen einzigen Entbindungspfleger gibt. Es machte Spaß mit ihnen zu arbeiten und mich auch mit ihnen über ihren Beruf zu unterhalten.
Am Mittwoch, den 19. Dezember, konnte ich noch bei einem Ultraschall dabei sein. Das geschieht hier sehr selten, da nicht viele Frauen zu Voruntersuchungen gehen, wie es in Deutschland regelmäßig der Fall ist. Gibt es jedoch Komplikationen, wie eine Blutung, muss man es natürlich untersuchen lassen und dafür gibt es hier auch ein Ultraschallgerät. Zu dem Zustand der Frau und zur genauen Verfahrensweise bekam ich anschließend von dem netten behandelnden Arzt eine lange und ausführliche Erklärung - und war wieder ein wenig schlauer...

Jetzt bleiben mir der morgige Vormittag und im Januar noch zwei Arbeitstage, nach dem ich den Jahreswechsel mit anderen MaZ'lerinnen am See verbracht habe. 



Unsere Pfarrkirche in Madisi.
 Die Adventsfarben Lila und rechts der Adventskranz.
Noch ein Wort zur Adventszeit: Aus dem Gesangbuch habe ich herausgefunden, dass es nur drei Adventslieder gibt, dafür allerdings jede Menge für die Weihnachtszeit. Die Kirche ist ganz im Lila-Farbton gehüllt und auch einen Adventskranz gibt es. Jedoch haben die Menschen wahrscheinlich nicht ganz den Sinn dieses Symbols verstanden, da heute zum vierten Advent plötzlich alle Kerzen die gleiche Länge hatten - sie wurden einfach alle neu eingesteckt. Dafür war die Kirche prall gefüllt, selbst draußen nahmen noch Menschen Platz! Ich bin schon gespannt, wie dies am ersten Weihnachtsfeiertag der Fall ist. Die Christmesse an Heilig Abend feiern wir in der Kapelle der Schwestern mit dem Spanier father Compes, welcher unweit von Madisi (1 Stunde Fahrzeit) eine Mission führt.
Wie genau das Weihnachtsfest und Silvester in diesem Jahr für mich abgelaufen sind, berichte ich jedoch im nächsten Eintrag.
Am heutigen Sonntag haben wieder Mitglieder der St Francis Gemeinde den Gabengang zelebriert, dh. wir „Weißen“ waren wieder dabei. Es hat viel Spaß gemacht, auch wenn mein Puls auf 360 war. 

Nun wünsche ich allen Lesern meines Blogs ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest, besinnliche Feiertage im Kreise der Lieben, sowie ein gutes und gesundes neues Jahr 2013!

Přeju wam wšěm z wutroby žohnowane a hnadypołne hody, radostne swjate dny a přinsće strowi a škitani do noweho lěta 2013!

Najlubši postrow do domizny sćele wam wšěm 

christina.

Montag, 17. Dezember 2012


Zwillingsgeburt



Am Donnerstag, 13. Dezember 2012, wurden per Kaiserschnitt im Madisi Mission Hospital Zwillinge geboren und ich hatte die - für mich - große Ehre, ihnen Namen zu geben. In Deutschland ist dies überhaupt nicht üblich, aber hier kann auch mal die Hebamme, Großmutter, oder Nachbarin einen Namen bestimmen. Meist haben die Kinder dann mehrere, später kristallisiert sich dann einer heraus. 
Meine Namen für die Zwillinge wurden zu meinem Glück auch noch von den Eltern akzeptiert und fortan heißen die beiden nun Christina und Mpatso (Geschenk). Der Junge kam als Zweiter zur Welt und war das unerwartete Kind, deshalb Mpatso. Es wurden letztendlich doch zwei Kinder und nicht ein großes Baby :) Ich bin überglücklich, wie man auf dem Foto auch erkennen kann. Dieses habe ich gemacht, da ich beiden Kindern als Weihnachtsgeschenk zwei Chitenje gekauft habe und sie somit eine Erinnerung an mich und ich eine an sie  habe.

Samstag, 8. Dezember 2012


Moni nonse!

Morgen feiern wir schon den zweiten Advent und es gibt nach einiger Zeit wieder viel Neues zu berichten, aus meiner „Heimat auf Zeit“, Madisi.


-Schule-


Die Terminal Tests sind beendet und, wie ich meine, auch gut bis sehr gut ausgefallen – bis auf die ein oder andere Schwachstelle. Aber die gibt es ja überall. Diese Arbeiten bedeuteten für mich als Lehrerin sehr viel Korrekturarbeit – 380 Tests an zwei Nachmittagen. Danach musste ich die Noten noch in das Schul-Register übertragen und den Durchschnitt von jedem Schüler errechnen. Für zwei Fächer ist das aber immer noch zu schaffen. Und beeilt habe ich mich auch nur, da ich mich nicht noch nach dem Wochenende damit herumärgern wollte.
Diese Woche sollte eigentlich damit verbracht werden, die Schüler irgendwie spielerisch zu beschäftigen (Fußball, Netball, etc.). Jedoch hatte sich das Sr. Raynelda anders gedacht und so fand am Montag doch noch Unterricht statt…Aber was machen? Wenn die Schüler auch nicht mehr auf in-der-Klasse-Herumsitzen eingestellt waren und die meisten  schon die Hefte und Stifte daheim ließen. Ich hatte ja auch keinen Unterricht vorbereitet und erst recht keinen „Lesson-Plan“ geschrieben. Also musste ich mir für 2 Life/Skills und 2 Expressive/Arts Stunden spontan etwas ausgedenken. Ich entschied mich für eine Wiederholung quer durch das Gelernte des vergangenen „Terms“ mit einen Gruppenspiel, was den meisten Schülern Freude bereitete.
Nach der ersten E/A-Stunde in STD 5 A fragte ich die Schüler dort, welches Fach sie denn nach mir hätten. Nachdem sie mir antworteten, dass sie Mathematik bei ihrem Klassenlehrer haben. Da ich jedoch wusste, dass dieser auf einer Beerdigung und nicht in der Schule war, ging ich ins Lehrerzimmer, um zu fragen, welcher Lehrer denn Zeit hätte die Klasse in Mathe zu unterrichten. Innerlich habe ich auf solch eine Situation eigentlich chon lange gehofft und wann, wenn nicht in der letzten Woche, nach den großen Tests? Da kein Lehrer so richtig frei war, schnappte ich mir also ein Lehrbuch, ging wieder zu Klasse und unterrichtete unvorbereitet einfach eine Stunde Mathe, was mich selbst total überraschte – die Schüler aber auch J Trotzdem klappte es gut und die meisten folgten meinen Erläuterungen auch aufmerksam.
Am Montagnachmittag ging es dann darum, dass wir uns Spiele für die kommenden Tage überlegten. In einer Viertelstunde haben ein Lehrer und ich bereits 16 Spiele aufgeschrieben, mit denen wir die Kinder beschäftigen konnten. Zuerst waren da natürlich Fußball und Netball, dann folgten Tischtennis, „Reise nach Jerusalem“, Weitsprung, Hochsprung, Dreier-Hopp, Zeitungstanz, Besentanz, verschiedene Flaschenspiele, Luftballon-Spiele usw. So wurde ein Stundenplan erstellt, der beschrieb, wann welches Spiel von welcher Klasse  gespielt wurde.
Am Dienstagmorgen folgte dann die nächste Spontanaktion, als mich der Klassenlehrer der 5A fragte, ob ich nach der „Morning Assembly“ seine Klasse nicht für 30 Minuten betreuen könne, bis es dann zum Fußballplatz geht. Zuerst zögerte ich und wusste nicht so recht, was ich so spontan mit ihnen anstellen sollte. Denn auf Nachfrage wurde mir nur gesagt „Just keep them busy.“ J Dann jedoch sagte ich den Kindern, dass sie in diesen 30 Minuten Lieder singen und Tänze aufführen können, was ihnen so viel Freude bereitete, wie selten irgendwelchen anderen Kindern! Ich war erstaunt und hatte zum Glück meine Kamera dabei, um diese Momente festzuhalten. J
Natürlich sind alle Kinder wie verrückt auf jedes Spiel, welches man ihnen vorschlägt oder erklärt. Jedoch ist es immer sehr schwierig, das Spiel überhaupt durchzuführen, da immer ALLE gleichzeitig spielen wollen und nicht an weitere Runden denken. Es war also oft mehr chaotisch, als alles andere. Aber  auch so machte es Spaß; wenn es den Kindern gefällt, habe auch ich meine Freude daran.

Meine "Teacher-Mannschaft" und ich gerade am Versuch,
einen Korb zu erzielen.
Am Donnerstag fanden die beliebten Schüler-gegen-Lehrer-Spiele statt, das heißt es wurde Fußball und Netball mit den Lehrern gespielt. Leider verlor unsere Frauenmannschaft im Netball, aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Ich war ziemlich aufgeregt, da beinahe alle Mädchen, die nicht mitspielten, um das Spielfeld standen und zuschauten...und natürlich besonders "die Weiße" beäugten J
Am Dienstag- und Mittwochnachmittag durfte ich schon anfangen, meinen „School-Scheme“ zu schreiben, das ist der Lehrplan für den nächsten „Term“. So kann ich gleich Montag oder Dienstag mit der Arbeit im Krankenhaus anfangen – obwohl ich sagen muss, dass ich auch die Schule jetzt schon vermisse…
Am Freitag fand dann der traditionelle „Closing-Day“ statt. Dort werden von allen Schülern der Schule die erreichten Ergebnisse auf dem Zeugnis (jeweils der „Grade“ und die Punktzahl) vorgelesen und die stolzen Eltern durften die Zeugnisse danach unterschreiben bzw. sahen sie, wo ihr Kind möglicherweise noch Unterstützung benötigt. Zwischen den einzelnen Standards gab es kleine Pausen, die mit Sketchen, Musikstücken oder traditionellen Tänzen ausgefüllt wurden. Zwischenzeitlich hatte es sich am Himmel aber einmal so verdunkelt, dass wir das Programm etwas veränderten und uns drohte, die vorbereiteten Einlagen der Kinder ausfallen lassen zu müssen. Doch schließlich klärte es wieder auf – es war doch nicht mit Regen zu rechnen – und auch meine Tanzgruppe durfte ihren/meinen Tanz noch aufführen! Ich glaube, ich war aufgeregter als die Kinder selbst, die es zum Schluss sehr gut gemeistert haben und trotz des einen oder anderen Patzers schnell wieder in den Takt gefunden haben. Ich konnte es alles auf Video aufnehmen und freue mich schon, es den Mädchen im Januar zeigen zu können J
Nach dem Schlussgebet, nachdem der Priester das „Amen.“ gesprochen hatte, rannten alle Kinder jubelnd zu ihren Eltern und zu den Lehrern, die ihre Zeugnisse in den Händen hielten. Auch dort durfte ich behilflich sein und gab die „School Reports“ mit aus. Danach gingen alle nach Hause und ich sehe die meisten meiner Schüler nun erst am 7.Januar 2013 wieder – bis auf jene, die in meiner Nachbarschaft wohnen oder, die ich auf dem Markt treffen werde…

-Our Lady of Victory Choir-


In diesem Gemeindechor singe ich seit gut zwei Wochen mit – und hatte auch schon meinen ersten Autritt. Am 24.November sangen wir zu einem Gottesdienst in der Madisi Secondary School. Es hat wirklich Spaß gemacht, aber natürlich war es sehr schwierig, den Text richtig zu lesen, die Melodie korrekt zu treffen und sich dann noch mit den anderen exakt im Takt zu bewegen! Das war Multi-Tasking pur J Bei mir bekannten Melodien wird es aber immer besser. Besonders unter den Adventsliedern kommen mir viele sehr bekannt vor und das Mitsingen geht dort schon viel leichter von der Hand.

-Baumpflanz-Aktion-



Der verantwortliche Lehrer und ich nach getaner Arbeit
und mit den von Sr. Raynelda geschenkten Caps auf dem Kopf.
Schon seit einigen Wochen wurde zur „Morning Assembly“ in der Schule bekannt gegeben, dass jeder Schüler doch bitte einen kleinen Setzling  irgendeines Baumes mitbringen möchte; diese sollen Madisi und die Schule etwas grüner machen und sind zudem  noch gut für die Umwelt und das Klima. Da zum Beispiel der „Baobab“ eine sehr lange Geschichte hat und diese den Kindern sehr anschaulich näher gebracht werden soll, haben die Schwestern einen „Baobab“-Baum gekauft und wollen diesem nun im Schulgarten anpflanzen. das finde ich eine super schöne Idee und freue mich schon, ihn schließlich fotografieren zu können.
Die Setzlinge der Kinder wurden also in der Schule gesammelt und am 20.November (Dienstag) trafen sich Schüler aus STD 7, um auf einer großen Fläche gegenüber des Schulgeländes Löcher zu graben, wo die zukünftigen Bäume wachsen sollen. Auch am neugebauten „Hostel“, welches im neuen „Term“ eingeweiht wird und in welchem Mädchen der Schule wohnen können, die von sehr weit weg kommen, wurden solche Löcher ausgehoben und für die künftigen Bäume vorbereitet. Gepflanzt werden diese aber erst, wenn die Regenfälle richtig einsetzen.

-Regenzeit-


Unser "Fluss" direkt vor der Haustür
beim ersten heftigen Gewitter hier in Madisi.
Im Grunde hat die Regenzeit schon begonnen, die Niederschläge fallen aber noch sehr unregelmäßig und selten. Bereits am Donnerstag (22.November) entwickelte sich in der Mittagspause ein leichter Schauer zum heftigen ersten Unwetter der Saison! Sogar unsere geschlossene Haustür fiel auf und wir mussten die Fenster schließen, da es von allen Seiten hinein regnete. Schon nach kurzer Zeit war der Weg vor unserem Haus ein „reißender Fluss“ und der Garten ein großer roter See, da der Garten der schwestern tiefer als das übrige Gelände liegt und somit die Wassermassen zu uns abfließen.
Der Regen prasselt immer so laut auf unser Wellblechdach, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht – und das pünktliche Erscheinen zur Arbeit kann man in solchen Fällen auch vergessen. Jedoch ist das überhaupt kein Problem, denn es kommen alle zu spät – der Regen dient hier als wirkliche Ausrede. In Deutschland wäre so etwas nicht vorstellbar, aber mit einer gewissen Portion malawischer Ruhe und Gelassenheit geht das alles. J



-Wochenende beim Botschafter in Lilongwe-


Am ersten Adventswochenende machten wir uns auf und folgten der Einladung des deutschen Botschafters hier in Malawi, um bei ihm zu Hause Plätzchen zu backen. Zwar waren diese nur für die Kinder der Mitarbeiter, aber wo sonst würde man hier schon in Weihnachtsstimmung kommen? Bei Weihnachtsmusik und Plätzchenduft wurden also die verschiedensten Teige zusammengerührt und geknetet, die Plätzchen auf dem Blech verteilt, sowie ausgestochen, geformt, später angemalt und dekoriert und die Zeit des Backens das ein oder andere Mal fast vergessen. Es wurde geschwitzt, natürlich gekostet und aus misslungenen Plätzchen noch das Beste gemacht… Es war wirklich interessant, auch verschiedene gute Gespräche mit dem Botschafter, seiner Frau und deren Sohn führen zu können. Als Nachspeise gab es zu all dem Luxus noch Eis – es war durchaus schon als vorzeitiges Weihnachtsfest anzusehen – zumindest sah ich es so. J

Meine ersten Haferflocken-Plätzchen und ich ... 
Nach dem Essen hatten wir Mädchen eine Abkühlung auch bitter nötig und so sprangen wir in den hauseigenen Pool und schauten am Abend, als, bis auf den jüngeren Sohn, alle aus dem Haus waren, noch deutsches Fernsehen. J Sehr müde gingen wir später in unser riesiges Bett schlafen – und doch gab es auch in der Residenz des Botschafters zwei Kakerlaken an einem Abend zu verzeichnen! Erstaunlich und man wusste sofort wieder, wo man sich befand
Am Sonntagmorgen ging es nach einem richtig leckeren Frühstück mit Nutella und Joghurt (den habe ich schon seit fast 4 Monaten nicht mehr gegessen) zurück nach Hause.
Auch seit länger als einem Vierteljahr trug ich zum ersten mal wieder eine Jeanshose, die in mein Gepäck einfach hinein musste. Nur anziehen kann ich sie in Madisi natürlich nie. Und ich musste auch am Samstagmorgen und Sonntagabend immer eine Chitenje um die Hüften wickeln, sonst hätten es die Menschen hier wahrscheinlich überhaupt nicht verstanden und mich wie eine Außerirdische angeschaut. J
Dieser Ausflug in die Luxuswelt Malawis habe ich auf der einen Seite genossen, weiß aber auch genau, dass dies niemals etwas für mich wäre. Ich bin sehr glücklich, wieder hier in Madisi angekommen zu sein, besonders, weil mich dieser große Unterschied schon sehr „geflasht“ hat.
Angekommen in Madisi, haben wir gleich die erste Kerze an unserem „Adventsstern“ angezündet und einige wenige Spekulatius gegessen. Das wird nun  viermal zum Sonntagsritual… es muss eben alles ein wenig eingeteilt werden.

-Adventszeit-


Was mir in diesem Jahr in der Adventszeit besonders fehlt, sind die Roratemessen, die zu Hause in Wittichenau täglich stattfinden. Hier gibt es zwar – auch außerhalb der Vorweihnachtszeit – jeden Morgen um 6Uhr eine heilige Messe, jedoch ist es um diese Uhrzeit schon lange hell und die Stimmung einfach nicht vergleichbar. Auch die Kälte und die damit verbundene Besinnlichkeit vermisse ich schon ein wenig. Dazu den Duft von gebackenen Plätzchen, Glühwein oder den Besuch eines Weihnachtsmarktes … vielleicht werde ich all diese Dinge im nächsten Jahr noch einmal ganz anders und auch intensiver wahrnehmen. Eines weiß ich aber jetzt schon: Die Kälte in Deutschland, so sehr sie auch zum Advent und zum Weihnachtsfest dazugehört, werde ich nicht so sehr mögen, wie die Wärme oder Hitze hier J
Trotzdem genieße ich die vielen neuen Eindrücke hier sehr und finde es spannend, wenn im Gottesdienst Adventslieder mit Melodien „von Zuhause“ gesungen werden.

-Adventsimpuls-


„Der Herr erfülle deine Ohren
mit Musik.
Er erfülle deine Füße
mit Tanz
und deine Arme mit Kraft.
Er erfülle dein Herz
mit Zärtlichkeit
und deine Augen
mit Lachen.“
(Afrikanischer Segenswunsch)


So wünsche ich allen meinen Lesern eine gesegnete und besinnliche Adventszeit, ein stressfreies und bewusstes WARTEN auf das wesentliche Ereignis, welches wir an Weihnachten feiern und ein ERWARTEN von Gottes Sohn in unserer Welt.


Mit vielen lieben Grüßen aus dem sonnigen Madisi,
christina.