Moji lubi Serbja, witajće na moju internetowu stronu!
Wot 02. januara do 25. februara 2017 póndu skóncnje zaso do Malawi - tutón raz jako baba na dzelo do chorownje!
Budze to missijonska chorownja "St. Gabriel's Hospital" w Namitete, nekak 60 km wot hlowneho mesta Lilongwe zdalene.
Wopytac budu pak na kózdy pad tez zaso moj nehdysi projekt - zakladnu sulu swj. Franciskusa,
"St. Francis Catholic Primary School" a franciskanki w Madisi.
Na tutej stronje sym hižo a chcu tež w dalšim času hisće wo mojich dožiwjenjach powědać a snano tež Waš zajim za tutón kraj a za dźěći z Madisi (Malawi) dale zesylnić.

Freitag, 7. Oktober 2016

Als Hebamme zurück nach Malawi



Christina Polk aus Wittichenau fliegt wieder in ein Land, in dem sie viel lernen durfte. Nun will sie etwas zurückgeben.

Von Hagen Linke (erschienen in der Sächsischen Zeitung, Regionalteil Hoyerswerda am 06.10.2016)
Eine warme Dusche und fließend Wasser aus der Leitung ist hierzulande selbstverständlich. „Ich schätze das aber mehr als früher“, sagt Christina Polk. Die 23-Jährige aus dem Wittichenauer Ortsteil Keula hat schon ganz anderes kennengelernt. Vor gut vier Jahren startete sie als Missionarin auf Zeit zu einem einjährigen Aufenthalt nach Malawi im südlichen Afrika. Nach dem Abitur am Hoyerswerdaer Lessinggymnasium hatte sie in einem Dorf nicht nur in einer katholischen Grundschule und bei einem Waisenprojekt geholfen. Die junge Frau absolvierte auch mehrere Praktika auf der Entbindungsstation des örtlichen Krankenhauses. In mehreren TAGEBLATT-Artikeln hatte sie aus Afrika berichtet. Schon damals stand ihr Berufswunsch fest. Zurück in Deutschland hat Christina Polk nun vor ein paar Wochen ihre dreijährige Ausbildung zur Hebamme an der Uniklinik und dem St.-Joseph-Stift in Dresden abgeschlossen und arbeitet auf der Entbindungsstation des Stifts. Die Entscheidung für die Geburtshilfe war genau richtig, sagt sie. „Es macht Spaß und Freude, wenn man werdene Eltern auf diesem Wege begleiten kann.“
In Afrika hat sie bereits gelernt, dass Entbindungen ganz anders ablaufen. Grundsätzlich bewältigen die Frauen die Geburt alleine. Einen Wehenschreiber gibt es ebenso wenig, wie verstellbare Betten. Babys werden lediglich gewogen, die Größe spielt keine Rolle. Ganz zu schweigen davon, dass jemand filmt oder fotografiert. Kinderkriegen ist anders als in Deutschland kein „Ereignis“.

Einsatz in größerem Krankenhaus

Es war ein wunderbares und faszinierendes Jahr in Malawi. Christina Polk hat Freundschaften geschlossen, einem Zwillingsmädchen ihren Namen geben dürfen und schickt zu Ostern oder Weihnachten kleine Geschenke und Fotos. Mit dem Wunsch nach Malawi zurückzukehren, hat sie ihre Hebammenausbildung in Dresden begonnen. Im Januar ist es nun so weit. Christina Polk hat die Empfehlung bekommen, in einem größeren Krankenhaus zu arbeiten. Das St. Gabriel’s Hospital befindet sich in Namitete, etwa 60 Kilometer entfernt von Malawis Hauptstadt Lilongwe. Dank vielfältiger Unterstützung hat es sich von einem kleinen Buschspital in ein für afrikanische Verhältnisse sehr modernes Haus entwickelt. Nach dem Jahreswechsel wird die Wittichenauerin wieder nach Afrika fliegen. Die Ausgangsposition im Vergleich zu 2012 hat sich geändert. „Damals habe ich meinen Vorstellungen und Erwartungen an mich selbst nach, nicht ausreichend helfen können“ , blickt die Hebamme zurück. „Ich habe aber sehr viel von den Menschen gelernt. Ich möchte jetzt ein Stückchen zurückgeben.“


In meinem Heimatdorf Keula genieße ich gern
die freien Tage ohne Dienst im Kreißsaal
und tanke bei meiner Familie wieder auf. 
Um zwei Monate in Afrika arbeiten zu können, absolviert die Wittichenauerin jetzt besonders viele Dienste in Dresden, auch zu Weihnachten. Sie ist froh, dass das St-Joseph-Stift sie bei dem Auslandsprojekt unterstützt. Arbeiten wird sie in Namitete montags bis samstags, wohnen im Gästehaus der Klinik. Christina Polk fühlt sich ähnlich wie vor dem ersten Abflug. „Ich bin gespannt, wie mich die Leute aufnehmen.“ Und natürlich will sie Madisi besuchen – das Dorf, das für ein Jahr ihr zuhause war. Getragen wird das Hilfsprojekt dort von der katholischen Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen von Salzkotten. Christina Polk möchte nun auch an den Stationen ihres ersten Afrika-Aufenthaltes vorbeischauen.

Wie auch schon zu ihrem Einsatz 2012/2013 ist sie auch jetzt wieder bestrebt, möglichst viele Spendengelder mit nach Malawi zu nehmen – für die St. Francis Catholic Primary School in Madisi und das Weiterleben des Projektes der Franziskanerinnen von Salzkotten. Für das Leuchten in den Augen derer, die jeden Tag nur mit dem Nötigsten leben müssen. Für das glückliche Lachen der Kinder, die trotz Armut eine große Zufriedenheit ausstrahlen. Für die Mittel, die zum Bewältigen des Schulalltags notwendig sind: Bücher, Hefte, Schreibmaterialen, Mais- und Sojabrei für das Frühstück und Mittagessen, verschiedene Medikamente für die Krankenstation der Schule, Schulgebühren für die Waisenkinder und noch mehr. „Jeder Euro hilft“, weiß die Wittichenauerin. „In dem bitterarmen Land noch viel mehr als man hier im reichen Europa glaubt“. Erst am Wochenende erfuhr Christina Polk, dass eine der Franziskanerinnen ausgeraubt worden ist. Unter anderem hatte sie die Gehälter der Schulmitarbeiter und das Schulgeld für die Waisenkinder dabei.

Christina Polk versichert auch: Alle Spenden kommen zu 100% im Projekt an, da sie nicht erst über Dritte, sondern mit ihr auf die Reise gehen.

Mittwoch, 14. September 2016

Bald geht es wieder los ......

Endlich ist es so weit - ich fliege bald erneut in mein geliebtes Malawi, an dem auch nach drei Jahren mein Herz und meine Gedanken noch Tag für Tag hängen! 


Nun, da ich mein Examen als Hebamme erfolgreich abgeschlossen habe und noch für 4 Monate im Kreißsaal meines Krankenhauses arbeite und Erfahrungen sammle, rückt das erneute Abflugdatum immer näher - und die Vorfreude steigt ins Unermessliche! So lange habe ich auf diesen Moment gewartet! Immer wusste ich jedoch, dass mir den Traum, als Hebamme auch in Malawi meine Erfahrungen zu sammeln, nach meiner Ausbildung erfüllen werde.

Nicht mehr lange und dann steige ich am 02. Januar 2017 wieder in den Flieger Richtung Süd-Ost-Afrika und entfliehe für 2 Monate dem deutschen Winter.

Dort werde ich als Hebamme im Namitete Mission Hospital in Namitete, etwa 80 km von der Hauptstadt Lilongwe entfernt (Richtung sambische Grenze) im Kreißsaal arbeiten. Das Spital hat jährlich ca. 3500 Geburten, sodass ich sicher viel erleben werde!

Nähere Informationen zu meiner Arbeit und meiner Spenden-Aktion vor dem Einsatz gibt es in nicht allzu ferner Zukunft wieder und auch in der Sächsischen Zeitung ist ein Artikel bereits geplant.
Es bleibt also spannend! :-)

>>> Natürlich werde ich auch meine Freunde und all die Menschen, die ich während meines Jahre in Malawi lieb gewonnen habe, besuchen - auch meine frühere Arbeitsstelle, die St. Francis Grundschule der Franziskanerinnen von Salzkotten! Wer wieder bereit ist, das Projekt der Schwestern finanziell zu unterstützen, ist herzlich willkommen, sich bei mir per E-Mail (christinapolk@gmx.de) oder privat zu melden. Ich möchte möglichst viele Spenden auf direktem Weg in das Projekt mitnehmen und die Kinder und Lehrer damit unterstützen!
Vielen herzlichen Dank bereits im Voraus! <<<


Herzlichst grüßt Eure/Ihre
christina

Freitag, 6. Dezember 2013

Aktions-Tag, Benefizkonzert, Vorträge und Termine

Liebe Leser meines Blogs,
lubi čitarjo mojeje internetoweje stronje!

Im letzten Monat hatte ich wieder einige Gelegenheiten, meine Erlebnisse in Malawi einigen Menschen hier in Deutschland näher zu bringen, mich mit Kindern zu dem Thema auseinandersetzen und somit auch etwas für das Waisenprojekt der Franziskanerinnen von Salzkotten zu tun.

Mein allergrößter Dank gilt dabei an erster Stelle Euch und Ihnen allen, die Ihr mit Euren fantastischen Spenden mithelft, dass dieses Schulprojekt noch lange erhalten und fortgeführt werden kann. Dass die dort lebenden Schwestern noch vielen Waisenkindern einen so wichtigen Schulbesuch ermöglichen können und sie mit den nötigsten Dingen des Lebens (Schulmaterialien, täglich warmes Essen, Vermittlung christlicher Werte, Liebe und Geborgenheit, …) versorgen können. Viele erfahren bzw. erhalten diese Dinge zu Hause oft nicht so, wie wir es hier in Deutschland gewohnt sind. Ein „Schulranzen“ ist dort in den meisten Fällen eine leere Zuckertüte oder bestenfalls ein selbst gehäkelter Beutel. Eine Federmappe für Stifte lohnt sich bei einem Bleistift, einem Kugelschreiber und einem Lineal gar nicht erst und meist müssen auch zwei Schulhefte für bis zu 9 Fächer ausreichen. Luxuswaren wie Radiergummi, Buntstifte, 15 verschiedene Hefter und Schreibblöcke ohne Ende kennen die Kinder nicht und bekommen große Augen, wenn man ihnen einen Luftballon schenkt! … Ihr seht also, was man alles mit kleinen Spenden bewirken kann. Es ist wirklich nichts umsonst und selbst kleine Dinge können in Malawi riesengroße Freude hervorrufen - gerade dort, wo man es am wenigsten erwartet.




Nun zu meinen letzten Malawi-Berichten:
Am Samstag, den 23.11.2013, durfte ich zum Aktionstag der Sternsinger 2014 eine Station für die Kinder vorbereiten und da das diesjährige Beispielland passenderweise Malawi ist, konnte ich ihnen also aus erste Hand berichten. Ich habe ihnen verschiedene Dinge, wie Geld, Chitenje, ein Gesangbuch oder eine Trommel aus Malawi mitgebracht und sie waren richtig begeistert so hautnah von diesem bisher fremden Land zu hören. Einigen Mädchen schnürte ich einmal eine Puppe in einer Chitenje auf den Rücken, so hatten sie ein Gefühl dafür, wie Babys in Malawi traditionell getragen werden.

Auch einige Wörter Chichewa brachte ich ihnen bei, die sie zum Schluss noch einmal wiederholen durften. Das Ende des Tages bildete das leckere und selbst gekochte Mittagessen, natürlich auch typisch malawisch. Es gab süßen phala. Der aus Maismehl und Wasser gemischte, mit Honig gesüßte und mit Zimt gewürzte Brei erinnerte die Kinder an den deutschen Grießbrei und schmeckte allen richtig lecker. Wie auch der malawische Bananenkuchen, den sie sogar selbst gebacken haben.
Es war wirklich ein toller Tag, sowohl für die Kinder, als auch für mich.

Am darauffolgenden Tag, dem Christkönigssonntag, fuhr ich nach am Nachmittag nach Crostwitz. Dort sang zur traditionellen Jugendandacht der sorbischen Dekanatsjugend der deutsche Jugendchor „Effata“ aus Wittichenau. Zu ihrem ersten Konzert im November in Wittichenau sammelten sie für ein brasilianisches Jugendprojekt, welches sie zum Weltjugendtag 2013 besuchten und kennen lernten. Da eine große Menge an Spenden zusammenkam, entschieden sich die Mitglieder des Chores, dass es auch toll wäre, noch ein anderes soziales Projekt zu unterstützen. Gesagt, getan. Sie kontaktierten mich und fragten nach, ob sie den Erlös des Konzertes der „St. Francis Catholic Primary School“ in Madisi widmen können. Nun könnt Ihr euch vielleicht vorstellen, dass bei mir die Freude größer nicht hätte sein können und ich natürlich gleich zustimmte. So kam auch zu dieser Andacht wieder eine große Summe Geld zusammen, was mich, die Chorleiterin, aber auch ganz besonders die Schwestern in Salzkotten und Madisi freut! Denn jeder einzelne cent geht in mein Projekt und nicht irgendwo unterwegs verloren…

Und dir dritte Gelegenheit über meine Erlebnisse des letzten Jahres zu berichten bot sich mit am vergangenen Sonntag, dem 1. Advent.  An diesem Tag fand in Ralbitz die sorbische Senioren-Adventsfeier der Gemeinde statt und nachdem der Ralbitzer Kirchenchor „Lilija“ gesungen hat, einige Instrumentalstücke eingespielt wurden und es bei Kaffee und Stollen gemütlich wurde, durfte auch ich Bilder aus dem fernen Afrika zeigen, mitgebrachte Stoffe, Bücher, typisches Geld etc. vorstellen und interessierte Fragen beantworten. es freute mich ganz besonders, dass ich den ganzen Vortrag auf sorbisch halten durfte und somit auch das erste Mal in meiner Muttersprache über das Jahr, mein Projekt, die Schwestern und das Land reden konnte. Auch hier gilt allen, die ihre Spende in die Holzschale gaben, ein herzliches  Dankeschön - Wutrobny Dźak - Zikomo kwambiri!




Pokiw za młodźinu: Na soboty predy 3. adwentnej njedźeli, potajkim 14. decembra 2013, směm wam w Chrósćicach po kompleće wo Malawi rozprawić. Wjeselu so hižo na was a waš zajim.  Budźe wězo rjany wječor…

Im Januar 2014 darf ich dann noch einmal einen Abend dem wittichenauer Mütterkreis Gesellschaft leisten, sowie an einem anderen Termin den deutschen Senioren von meinem Erfahrungen berichten. Auch das werden sicher spannende Erlebnisse und Stunden.

A sobotu, 01. měrca 2014, sym přeprošena do Chrósćic do putnisku hospodu knejni Gerdesowej, hdźež směm tohorunja wo Malawi rećeć, wobrazy a druhe dopomjenki pokazać a snano kónčk afriskej kultury tu do Łužicy přinjesć…štó wě? J

Wjeselu so potajkim na was wšěch!

Waša/Eure
christina.

Freitag, 8. November 2013

Impuls

Jeder, der einmal weiter schauen und seinen doch so selbstverständlichen deutschen Alltag etwas durchdenken möchte ...

SEI DANKBAR

...kennst du das Gefühl unter der Dusche zu stehen, das Licht geht aus und du siehst nichts mehr?

...kennst du die Freude über ein Stück Schokolade?

...nimmst du Menschen noch wahr, wenn du ihnen begegnest?

...bist du ein Warmduscher?

...hat es dich fasziniert, wie schnell diese Internetseite geladen war?

...wie entscheidest du dich an einer so breiten Auswahl (an Duschgel, Nudeln etc.)?

...drei Stunden warten ist eigentlich kein Problem. Du ärgerst dich über drei Minuten?

...wie oft wirst du nach Geld gefragt?

...kochst du dein Wasser ab?

...wie oft schenkst du ein Lächeln?

...isst du wenn du Hunger hast, oder wenn du Strom hast?

...weißt du, wie es ist, wenn dich keiner versteht?

BIST DU DANKBAR?



Vortrag sorbische Senioren und Dorfbewohner Keula

Eine willkommene Abwechslung zum deutschen Alltag sind für mich immer wieder jede Art von Vortrag oder Gespräch über mein Jahr in Malawi, von denen ich bereits zwei halten durfte. So habe ich die Möglichkeit, einmal ausführlich über meine Erlebnisse in Bild und Ton zu berichten und meine Zuhörer ein wenig für die faszinierende malawisch-afrikanische Lebensweise zu sensibilisieren und zu begeistern.



Der erste dieser Vorträge stand noch vor meinem Ausbildungsbeginn, noch nicht einmal drei Wochen nach meiner Rückkehr auf dem Programm. Am 30. August 2013 durfte ich bei den sorbischen Senioren in Wittichenau referieren und ihnen meine Erfahrungen und Erlebnisse näher bringen. Alle waren wie gebannt und staunten über die malawische Unkompliziertheit in Bezug auf viele Dinge des Alltags oder über die vielen lachenden Kindergesichter, hinter deren Fassade oftmals schwere Schicksale steckten. Da die meisten der Senioren und auch ich nach ca. 1 Stunde wieder los mussten, wurden die letzten Bilder etwas im „Eilverfahren“ abgespielt. Dennoch hat es allen gefallen und ich bekam viel positive Kritik.

Meinen zweiten Vortrag organisierte ich für mein Heimatdorf Keula. Dieser fand gut zwei Monate später, am 31. Oktober 2013, in der „Arche“ statt. Kurz nach 17 Uhr war der Raum mit über 50 Personen dicht gefüllt, beinahe jeder Stuhl war besetzt. So konnten wir starten und wieder hörten alle aufmerksam zu, schauten gespannt auf die Bilder - und sogar die Videos funktionierten diesmal in bester Qualität, sodass ein  noch viel lebendigerer Eindruck vom malawischen Leben entstand. Zum Beispiel vom Gabentanz aus dem Sonntagsgottesdienst, von einem bekannten deutschen Kinderlied auf Chichewa oder traditionell malawischen Tänzen…
Auch Erdnussmehl, die typischen Chitenje-Stoffe oder malawische Kwacha-Scheine habe ich zur Anschauunung mitbringen können.

Da diesmal alle genügend Zeit mitgebracht haben, blieb nach gut einer Stunde Vortrag auch noch Gelegenheit, um Fragen zu beantworten, was auch oft während der Präsentation bereits geschah. Ich war erstaunt, welche teilweise komplexen Fragen aufkamen und wie groß das Interesse zu sein schien. Als zum Schluss noch einmal eine große Menge Geld in der Spendenschale aus Malawi zusammen kam, war ich völlig überwältigt und ich freue mich bereits jetzt, es -direkt für Madisi bestimmt- den Schwestern senden zu können, damit sie auch weiterhin „ihren“ Waisenkindern Gutes tun und eine Chance auf Bildung ermöglichen können.

Vielen herzlichen Dank dafür und für die ersten wunderbaren Gelegenheiten, Ihnen/Euch meine Erlebnisse zu schildern. Ich hoffe, es geht noch weiter…


christina

Das war Malawi - zurück in Deutschland


Tja, so schnell vergeht die Zeit und schon ist ein Jahr wieder rum. ‚Wo ist die Zeit nur hin?,‘ fragte ich mich besonders ab dem 11. August 2013 immer wieder, als ich plötzlich am Frankfurter Flughafen landete, den Gepäckwagen malawisch übervoll stapelte, sodass sich alle umstehenden Deutschen zu wundern begannen, im Zug nach Dresden von meckernden deutschen Rentnern ganz schnell auf den Boden der Tatsachen gebracht wurde und gleich am ersten Abend noch meine ganze bucklige Verwandtschaft begrüßen durfte. Völlig unfassbar war für mich die doch sehr ungewohnt weiße Haut und dazu noch die zarten blonden Haare meiner inzwischen 1-jährigen Patentochter! Unglaublich, aber seit einem Jahr habe ich -bis auf Fotos- kein einziges weißes Kind mehr zu Gesicht bekommen…

...typisch malawisch...

Good bye Africa. Amoyo salekana, Malawi!

Das ist nun bald schon wieder erstaunliche 3(!) Monate her und seit dem hat sich einiges verändert. Zum Beispiel habe ich Anfang September, also drei Wochen nach meiner „Bruchlandung“ inklusive Kulturschock in Deutschland, meine Ausbildung zur Hebamme begonnen und bin dafür nach Dresden gezogen. Die Ausbildung ist fantastisch, interessant, macht großen Spaß und genau das Richtige für mich - und dennoch sind meine Gedanken noch jeden Tag auf dem anderen Kontinent, in dem Land, in dem ich mein Herz verloren habe…

Viele Menschen hier in Deutschland wollten mir nicht glauben, dass ich eigentlich gar nicht nach Hause wollte und Malawi nun so vermisse. Doch mir fehlen wirklich die simplen Dinge, das einfach Leben, an welches ich mich schneller gewöhnen konnte, als an all den Überfluss und Luxus hier in der Heimat. Auch einen Freundeskreis galt es wieder neu aufzubauen….vieles hat sich doch verflüchtigt oder muss in der neuen Stadt erst einmal neu erschaffen werden. Klar, bin ich dankbar und glücklich über den täglichen Strom, über 24-Stunden warmes Wasser aus der Leitung, über Wasser, welches ich nicht mehr abzukochen und keimfrei zu machen brauche, über die Tafel Schokolade, die nicht mehr überteuert und ganz selten im Laden zu finden ist, über meine geliebten Weintrauben, auf die ich aber erstaunlicherweise auch ein ganzes Jahr verzichten konnte….Keine Frage, das Leben hier in Deutschland ist um einiges leichter, als das in Malawi. Man muss sich irgendwie um weniger Dinge Sorgen machen in seinem Alltag.
Doch ich vermisse auch die eis-kalten Duschen am Morgen (aufgrund der sowieso schon niedrigen Temperaturen hier in Deutschland schaffe ich es nicht mehr eis-kalt, bemühe mich jedoch, wenigstens das kalt beizubehalten. Mir fehlen diese eine einzige Sorte Spagetti im Laden, dass auch einmal etwas Grundlegendes AUSverkauft und nicht mehr erhältlich ist oder dass alle immer und überall zu spät kommen und sehr spontan bei Verabredungen sind. Ich vermisse den mal nur tropfende Wasserhahn, die staubigen Straßen, den recht ungemütlichen Betonfußboden - und die beinahe immer scheinende afrikanische Sonne.  Aber ganz besonders fehlen mir die vielen Kinder, welche an jeder Straßenecke zu finden waren, auf dem Dorfplatz spielten oder einfach auf dem Markt allein herumliefen, egal, wie alt sie waren. Mir fehlen diese glücklichen und zufriedenen Kinderaugen, welche mich anstrahlten, wenn sie einen Ball zu sehen bekamen oder wenn man ihnen mehr Aufmerksamkeit schenkte, als sie gewohnt waren.


Am letzten Morgen in Madisi an der Hauptstraße. Ein vollbeladener Pick-up mit singenden Malawiern drauf. Herrlich, diese Lebensfreude.

Und ich bekomme oftmals ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke, dass ich nun mit nur einem einfachen Flugticket ganz „unkompliziert“ und schnell wieder die Seiten „wechseln“ und in meine „alte Heimat“ zurückkehren konnte, sich jedoch für alle meine Freunde und für alle Menschen, die mir in Malawi begegnet sind, nichts Grundlegendes ändern wird.

Was jedoch hoffentlich in den Köpfen und Herzen meiner Freunde und Bekannten verankert bleibt, ist der Fakt, dass es nicht nur Weiße gibt, die in das Land kommen und sich selbst bereichern, sondern dass es auch solche gibt, die zu helfen versuchen. Solche, die den Menschen nicht irgendeine fremde Kultur aufzwingen, sondern versuchen die Weiße und die Afrikanische in einem gewissen Maße zu vereinen.
Schlussfolgernd kann ich sagen, dass mich dieses Jahr und alle Erfahrungen, die ich machen durfte, persönlich doch sehr verändert haben. Immer öfter wird mir nun bewusst, wie gut wir hier in Deutschland eigentlich leben und mit welchen Möglichkeiten wir gesegnet sind. 
Die Frage, ob sich dieser Freiwilligendienst für mich gelohnt hat, kann ich ganz klar mit „Ja“ beantworten, wenngleich ich mir in der einen oder anderen Situation denke, dass ohne diesen Weitblick, den ich nun automatisch habe, vielleicht vieles auch leichter wäre. Doch ohne Malawi würde mir etwas sehr Wichtiges fehlen und die Sehnsucht wäre wahrscheinlich noch größer (…obwohl ich mich gerade frage, ob das überhaupt geht J).



Da ich meinen Blog nicht einfach so abrupt aufgeben möchte und Ihr vielleicht auch noch weiter etwas lesen möchtet, würde ich gern in den nächsten Artikeln von den tollen Vortragen berichten, die ich hier erleben werde. 

Vorerst möchte ich mich allerdings ganz herzlich bei Euch allen bedanken, für Eure Aufmerksamkeit beim Lesen der bisherigen Einträge und für alle Unterstützung und positive Rückmeldung, welche ich während meines Jahre und nun, nach meiner Rückkehr von so vielen bekommen habe! Es ist einfach unglaublich, doch so viele begeistern zu können - und sei es für einen Abend, einen Bildervortrag, einen Zeitungsartikel.... 

Herzlichen Dank - Zikomo kwambiri!

khili

Samstag, 13. Juli 2013

Erlebnisse 


Nachdem ich mich am Donnerstag von meinen Kindern in der Schule verabschieden musste und am gestrigen Freitag am Cloing-Day endgültig alle in die Ferien entlassen wurden, durfte ich heute wieder einen wunderbaren Tag hier in Malawi verleben und habe gleich drei meiner noch abzuarbeitenden Ziele "geschafft". 

Zuerst machte ich morgens gegen 9Uhr mit einer Cabasa, etwa 45 Minuten landeinwärts nach Photola, einem kleinen Dorf nahe Madisi, um dort meine kleinen Zwillinge wie versprochen wieder zu sehen. Die Fahrt war etwas abenteuerlich, da ich allein war und mein Fahrer einfach mal eine Abkürzung durch den Busch nahm. Dort befand sich auf halber Strecke eine kleine Wasserstelle, über die einige Baumstämme gelegt waren. So nahm der Cabasafahrer also sein Fahrrad in die Hand uns wir balancierten über den kleinen Fluss.

Die stolzen Eltern, ihre beiden Wonneproppen
Christina und Mphatso und ich in Photola.
 
In Photola angekommen wartete schon ein Bekannter  von meinem letzten out-station-Besuch am Markt auf mich, um mich zum Haus "meiner" Familie zu bringen. Dort stand auch schon der stolze und ober-glückliche Papa und nahm mich lachend in Empfang, während die Mama noch das Haus fegte. Dann wurde schnell die Strohmatte wieder in den sonst leeren Raum gelegt und ich wurde hereingebeten, meine Tasche mit einigen kleinen Geschenken nahm mir, nach malawischer Tradition der Papa ab und brachte sie hinein.
Ich wurde freundlich von beiden begrüßt, ehe der Papa noch einmal weg musste und die Mama draußen die Kinder badete und das Mittagessen zubereitete. Das dauerte eine ziemlich lange Zeit, in der immer wieder einmal Menschen aus dem Dorf vorbeikamen, um mich zu begrüßen und die beiden "khilis" zusammen zu sehen. Christina ist von den fünf Kindern der Star in der Familie, da sie meinen Namen trägt. Auch im Dorf ist sie bekannt, und ich natürlich ebenso, seitdem ich am 30.Juni in Photola in der out-station unserer Gemeinde zum Gottesdienst war. Dort lief gleich jemand, als die Messe zu Ende war und Frieda und ich uns vorgestellt hatten, zu Familie Gabriel und erzählte der Mama, dass eine Weiße mit dem Namen ihrer Tochter hier ist. Sie erinnerte sich sofort an mich, nahm eine große Menge Erdnüsse und ein Foto der Beiden mit und kam zu dem Haus, in welchem wir zu Mittag aßen. Dort traf es mich dann wie der Blitz und ich konnte es nicht glaube, dass ich sie hier wirklich wiedersehe! Es war ein unglaubliches Gefühl.
Nach dem heutigen Mittagessen (nsima mit Huhn), gingen wir vor das Haus, wo ein Familienfoto gemacht wurde und ich Christina auf den Rücken gebunden bekam. Was für ein wahrhaft wunderbares Gefühl ist es, sein Kind ganz nah bei sich, in einer Chitenje auf dem Rücken zu tragen und es immer fest bei sich zu wissen! Das erlebte ich heute zum ersten Mal und war so dankbar für diesen Moment, dass ich sie gar nicht mehr abbinden wollt. Das wäre für die Eltern allerdings auch nicht das Problem, schließlich möchten sie gerne, dass ihre Kinder eines Tages Deutschland besuchen - am liebsten mit ihrer "Schwester"  (laut den Eltern bin ich ihr "6. Kind", was mich schon ziemlich stolz macht).

Ein Baby auf malawische Art auf den Rücken zu binden
ist ein wunderbares Gefühl
und absolut wiederholungsbedürftig.
Im Hintergrund ist das Haus der Familie zu sehen,
sowie die stillende Mama mit Zwilling Mphatso.
Nachdem sie mir ihre Telefonnummern aufgeschrieben haben, damit wir in Kontakt bleiben können, schenkten sie mir noch einen viertel Sack mtedza (erdnüsse) und ein nkuku (huhn). Einen ganzen Sack chimanga (mais) sollte ich noch bekommen, aber dagegen musste ich leider protestieren, da ich nur mit einer Cabasa gekommen war und auch nur noch einen Monat hier lebe. Währe es noch ein halbes Jahr, hätte ich den Maissack liebend gern genommen und einfach jeden Tag nsima gekocht :)
Zu Hause angekommen, sah sr. Raynelda gleich das Huhn und bot mir an, es mit ihr gemeinsam zu schlachten. Das ließ ich mir nicht zwei mal sagen und schon gleich holten wir Messer und kochten Wasser. Ich hielt nach ihrer Anweisung das Huhn an Flügeln und Füßen "strong" (sehr fest) und sie schnitt den Hals durch. Plötzlich, als sie den Kopf in der Hand hielt, fing das restliche Huhn an, wie wild hin- und her zu zappeln und sich stark zu bewegen.....da gab es für uns kein Halten mehr und als es dann beim Rupfen auch noch ein Geräusch von sich gab, mussten wir uns vor Lachen den Bauch halten! :) Es machte wirklich Spaß und so haben wir einen Teil des Mittagessens bei den Schwestern am morgigen Sonntag schon einmal hergerichtet.

Meine erreichten Ziele sind also:
1. Meine Zwillinge in  Photola noch einmal wieder zu sehen und welcher Tag wäre besser gewesen, als der, an dem sie genau 7 Monate auf der Welt sind!
2. Ein Kind auf ganz typisch malawische Art und Waise in eine Chitenje gebunden auf dem Rücken zu tragen. Es ist ein so faszinierendes Gefühl, das Kind so nah und fest bei sich zu wissen!
3. Noch einmal selbst ein Huhn zu schlachten und auch zu rupfen, nach dem ich es in meinem Weihnachtsurlaub in Nkhotakota schon einmal mit Frieda gemacht habe. Und ein besseres Huhn hätte es nicht sein könne, als das Geschenk der Familie meiner Zwillinge!

So war es ein wirklich durchaus gelungener und wunderbarer Tag und ich bin froh, dass ich mich getraut habe, allein diesen Ausflug zu machen.


Einige der uns begleitenden Kinder und
ich auf dem Gipfel des Berges Mpale.
 
Außerdem lernte ich unterwegs noch, dass Christina ein sehr malawischer Name ist, da es wirklich viele Frauen und Mädchen mit diesem Namen gibt, da die Menschen sich ihn einfach sehr leicht merken können. Es dauert oft nicht lange und ich bin nicht mehr Christina,sondern nur noch "Khili", was eine sehr süße Abkürzung für das malawische Khilistina ist ♥ Was mein Herz heute wieder einmal aussetzten ließ war, als wir auf dem Rückweg ein Dorf passierten, in welchem der erste out-station-Gottesdienst am 30.Juni war, zu welchem Frieda und ich einen unserer Priester begleiteten. Das bemerkte ich aber erst später, als ich die kleine Kirche wieder erkannte. Vorher sahen wir jedoch Frauen und Mädchen am Dorfbrunnen - und natürlich sahen sie mich - und plötzlich riefen einige Mädchen laut zu mir herüber "Khili!". Ich war zunächst so baff, dass ich selbst meinem Cabsafahrer davon erzählen musste und er herzlich anfing zu lachen. Dann aber wurde mir klar, warum sie meinen Namen kannten, da sie sich nämlich noch an mich in der Kirche erinnerten. Einige Dörfer weiter kam uns ein Junge mit dem Fahrrad entgegen und meinte zu mir "bobo Khili?". Er erinnerte sich noch an mich, da er am Montag mit uns auf den Berg direkt vor seinem Dorf gestiegen ist und wir einen lustigen Nachmittag zusammen hatten.
Diese offene Herzlichkeit der Malawier weiß ich sehr zu schätzen und werde sie in nicht einmal mehr ganz einem Monat sehr vermissen....
Bis dahin genieße ich jedoch noch jeden Tag und jeden Augenblick, den ich hier erleben darf.


Eure khilistina.